Fakten und Fiktionen aus der virtuellen Welt

Leider gar nicht heldenhaft: Fable Heroes

 

Es will ein bisschen "Fable" sein, es will ein bisschen Keilerei sein und es will ein bisschen "Mario Party" sein – ist aber letztlich nichts von alledem… und leider auch nicht besonders toll. Mit "Fable Heroes" bringt Microsoft den ersten Titel unter Lionheads bekanntester Marke seit dem Weggang von Leithammel Peter Molyneux und zugleich das erste stark 'casualisierte' Minispiel im populären Rollenspiel-Universum. Mit drei menschlichen oder KI-kontrollierten Mitstreitern arbeitet man auf einem Boardgame-artigen Spielfeld eine Station nach der anderen ab, die meisten davon sind aus den RPGs bekannt, die hier Pate standen. Gemütliche Fantasy-Siedlungen, düstere Gruften, tropfnasse Grotten, schneebedeckte Berggipfel und verzauberte Wälder werden von bekannten Kreaturen wie Hobbes, Balverines und Holllow Men heimgesucht, außerdem gesellen sich ein paar verfluchte Kürbisköpfe und Schneemänner dazu. Alle wollen uns die digitale Seele aus den puppigen Holzköpfen prügeln (denn die Helden-Figuren in "Fable Heroes" sehen aus wie eine Mischung aus mittelalterlicher Brettspiel-Miniatur und Marionette) und uns davon abhalten, die ganzen neckischen Extras zu ergattern, die sich in Kisten und Fässern verbergen. Wer sich nach klassischer Brawler- bzw. Kampfspielmanier mit zwei unterschiedlichen Hiebstärken und einem überschaubaren Arsenal (leider reichlich lahmer) Special-Moves bis zu den Schätzen vorarbeitet, bekommt entweder reichlich Klunker oder zusätzliche Würfelwürfe spendiert. Beide darf er nach Absolvierung der aktuellen Spielstation einsetzen: Dann darf jeder Mitspieler ein- oder gleich mehrere Male den virtuellen Würfel werfen und nach seinem Zug die ergatterten Goldmünzen in neue Fertigkeiten investieren – je nachdem, auf welchem Spielfeld er gerade Halt gemacht hat. 

 

Das alles funktioniert zwar reibungslos, vermag uns aber so gar nicht zu fesseln: Dem Spiel fehlt es an knackigen Moves, erinnerungswürdigen Momenten, sympathischen Gags, fesselnder Mechanik, spielerischer Taktik. "Fable Heroes" ist professionell präsentierte Stangenware, die ebenso wenig Herz hat wie die wenig heldenhaften Holzköpfe, die wir hier spielen. Die Tatsache, dass wir hier erspielte Goldmünzen anschließend auf das kommende "Fable Journey" für die Kinect-Kamera einzahlen können, hilft da auch nicht weiter. Schade! 

 

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