Fakten und Fiktionen aus der virtuellen Welt

Action-RPG mit Comic-Look: TORCHLIGHT 2

Keine Frage: Obwohl "Diablo 3" dieser Tage in Sachen Verkaufsstärke hinter dem Kollegen "Max Payne" und jüngst sogar hinter Tom Clancy ("Ghost Recon: Future Soldier") zurückstehen musste (zumindest in England), ist Blizzards Titel nach wie vor in aller Munde bzw. Ladenregalen und lässt tüchtig die Kassen klingeln. Innerhalb der ersten Woche sind angeblich über sechs Mio. "Diablo 3"-Exemplare weitlweit über Ladentische respektive Download-Schranken gewandert. Damit ist man zwar noch immer nicht so erfolgreich wie "Skyrim", das etwa im selben Zeitraum über sieben Mio. Einheiten geschafft hat, aber der Top-Seller der Saison ist's auf alle Fälle. Trotzdem hat der Titel bei der hackenden und schlachtenden RPG-Gemeinde nicht nur Sympathien geweckt, denn Blizzards Geschäftsmodell kommt mit zu vielen Zwängen und unerklecklichen Neuerungen daher: Sogar Singleplayer-seitig verlangt die Teufelsjagd nach einer permanenten Online-Anbindung, obendrein werden viele Spielinhalte nicht vom installierten Datenpaket in den Arbeitsspeicher unseres Rechners geschaufelt, sondern vielmehr von den Servern des Herstellers Echtzeit gestreamt – damit ist "Diablo 3" (man möge uns den Vergleich verzeihen) einem Browser-Scharmützel wie Bigpoints "Drakensang Online" ähnlicher als klassischen Gamern lieb sein kann. Auf diese Weie etabliert Blizzard quasi im Vorbeigehen eine Art von Spielekultur, wie sie Core-Gamern (und aus deren Reihen hat sich das Feld der diablonisierenden Helden früher fast ausschließlich rekrutiert) sonst eher ein Dorn im Auge ist.

 

Aber zum Glück gibt es ja (zumindest noch) Alternativen: Mit "Torchlight" hat der kleine Entwickler Runic bereits 2009 gezeigt, dass sich innerhalb kurzer Entwicklungszeiten konkurrenzfähige Projekte realisieren lassen, während die ersten Skizzen und Skripts für "Diablo 3" angeblich vor unglaublichen ZWÖLF Jahren angefertig wurden. Drei Jahre später legt man mit Teil 2 jetzt imposant nach: Schon während der ersten Spielstunden (die wir im Rahmen der Closed-Beta genossen haben) zeigt "Torchlight 2" das Potential zum ernstzunehmenden "Diablo 3"-Gegenspieler. Die sympathische Comic-Grafik ist deutlich feiner geworden, herzige Details wie durch die Landschaft tapsende Tierchen machen den Metzel-Kosmos lebendiger und sympathischer als die finstere "Diablo"-Welt.

 

Zugegeben: Ob man's lieber düster und ernst oder ein bisschen putzig und Comic-haft hat, darüber entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Unbestreibar sind dagegen die Vorteile, die uns "Torchlight 2" für die Verfeinerung und Verbesserung unseres Avatars beschert: Anders als bei der stark automatisierten Charakter-Entwicklung in "Diablo 3" dürfen wir bei jedem Stufenaufstieg Fertigkeiten hinzukaufen, durch Punkteverteilung unsere Attributswerte steigern usw. 

 

Der Spielmechanismus hingegen gleicht der Blizzard-Serie bis aufs Haar: Gegner totklicken und dabei per Shift-Taste die Position halten – simpler geht's nicht. Trotzdem gibt's auch spielerisch einen entscheidenden Unterschied: Zumindest bei der Multiplayer-Beta gab sich "Torchlight 2" selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad knackschwer – wer hier Boss-Gegner umhauen will, muss vorher ordentlich Gegner-Fußvolk aus den Latschen dreschen und EP sammeln, bevor er sein Schwert kräftig genug schwingen kann! 

 

Altbekannt sind die possierlichen Begleiter-Tierchen, die wieder in jeder noch so haarigen Situation brav neben unserem Helden her trotten, um ihn mit Klauen oder Reißzähnen zu verteidigen. Wird das Tierchen allerdings während der ausschweifenden Scharmützel gar zu schwer verletzt, dann ergreift es die Flucht und hält sich so gut wie möglich aus weiteren Kämpfen heraus – bis wir ihm z.B. einen leckeren Hundekuchen, einen Heiltrank oder einen frisch geangelten Fisch ins Inventar werfen. 

Apropos Schoßtier-Inventar: Am besten, man rüstet den Freund auf vier Pfoten (oder Reptilien-Platschfüßen) beizeiten mit speziell auf seine tierischen Bedürfnisse abgestimmten Accessoires aus – bereits das richtige Hundehalsband kann im Kampf wahre Wunder bewirken und dem treuesten Freund des Helden das Fell retten. 

 

Vorläufiges Fazit: Für schmale 20 Euro (so viel soll "Torchlight 2" kosten, wenn es Anfang Juli erscheint) ist Runics Action-RPG schon jetzt ein Kracher und eine echte Alternative zu "Diablo 3". Bleibt zu hoffen, dass sich der Entwickler am Ende nicht ähnliche Schnitzer erlaubt wie Blizzard. 

 

Wer mehr wissen will, klickt unser Video (unten) – Kommentar inklusive!

 

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