• HOME
  • tests
    • 3DS
    • iPad, iPod, iPhone
    • action
    • adventures
    • rollenspiele
    • strategie
    • rennspiele
    • genrelos
  • offizielle pdf-magazine
  • elektrospieler DIGITAL
  • die print-ausgabe
  • elektrischer Blog
  • spaceputze
  • partnerseiten
  • elektrischer SHOP
  • KONTAKT

NEWS-BLOG

Jüngste Zahlen verdeutlichen, wie angeschlagen US-Publisher THQ wirklich ist: So berichtet gamefront.de, dass der Konzern für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Nettoverlust von 55,9 Mio. US-Dollar vermeldet… (MEHR)

PS-Vita-Event in München: Anlässlich des für den 22. Februar bevorstehenden PS-Vita-Launches in Deutschland tourt Sony mit seiner PlayStation-PR-Taskforce seit 26. Januar durch Deutschland… (MEHR)

Alles über die aktuelle Kioskausgabe.

Alles über die aktuelle Ausgabe unseres Schwester-Magazins "RETRO" gibt's HIER.

elektrischer SHOP

elektrospieler online kaufen.

  • Lade Twitter-Nachrichten...
Newsletter

elektrospieler-Newsletter abonnieren und immer auf dem Laufenden sein!

Info: Der Newsletter kann jederzeit abbestellt werden.

Um alle interaktiven Features unserer PDFs nutzen zu können, benötigt Ihr den Flash Player 10 und Adobe Reader 9.

 

 

TEST: RED DEAD REDEMPTION

Mit offenen Spielwelten ist das so eine Sache: Einerseits dürfen wir uns frei darin bewegen, unseren Forscherdrang ausleben und auch sonst nach Herzenslust austoben – aber andererseits treten sie so ziemlich alle anderen Errungenschaften moderner Spiele mit Füßen.

Dramaturgie und erzählerischer Tiefgang? Pustekuchen! Wir hangeln uns von Mission zu Mission und machen damit jedes für einen gesunden Spannungsaufbau nötige Timing zunichte.

 

Fehlerfreie Steuerung und Kollisionsabfrage? Kein Stück! Offene Spielwelten bzw. "Sandbox"-Szenarien sind so groß und frei bereisbar, dass selbst exzessives Playtesting nicht alle Möglichkeiten abdecken und jeden Winkel bugfrei kriegen kann.

 

Imposante Inszenierung und wegweisende Grafik? Denkste! Weil die Hardware eine komplette Welt mit all ihren Bewohnern und Behausungen verwalten muss, bleiben für Vorzeige-Optik meist keine System-Ressourcen mehr übrig.

 

Umso erfreulicher, dass "Red Dead Redemption" einige dieser Probleme ausmerzt und damit auch denjenigen Sandbox-Kriegern ein echtes Erlebnis beschert, die mit einem "GTA" nur wenig anfangen können. 

Vor allem die stilsichere Wild-West-Ästhetik dieses Cowboy- und Revolverhelden-Titels ist es, die allem Open-World-typischen Schwachsinn zum Trotz immer wieder zum Ausflug ins staubige 'New Austin' (erinnert an Arizona, Texas, New Mexico), einen mexikanischen Grenzstreifen und ein bergig-waldiges Idyll voller reißzahnbewehrter Teddybären (Rocky Mountains) verlockt. Das mag daran liegen, dass Rockstar die bereits aus "GTA 4" bekannte Engine gehörig modernisiert hat – aber vor allem der überragenden Art Direction dürfte es zu verdanken sein, dass die Bewohner der Spielwelt nicht mehr wie seelenlose, austauschbare "Sims"-Klone, sondern wie echte Persönlichkeiten aussehen.

Zugegeben: Besonders in Zwischensequenzen und Großaufnahmen entdecken wir noch immer einige potthässliche Zeitgenossen, doch aus der Spiel-üblichen Verfolgerperspektive macht selbst der ekligste Saloon-Besetzer noch eine gute Figur.

Aber feine Texturen und tolle 3D-Modelle gibt's vor allem außerhalb der Bretter- und Lehmziegel-Buden: Eine ähnlich authentisch umgesetzte virtuelle Prärie haben wie noch nie gesehen. Rehe springen durchs vertrocknete Gras, Wanderbüsche flitzen über die staubigen Straßen, und zwischen den Säulenkakteen bzw. Yuka-Palmen lauern hungrige Koyoten und Pumas. Treiben wir unser treues Hottehü zu einem scharfen Ritt durch die einheimische Pampa an, dann preschen wir außerdem durch herrlich zerklüftete Canyons und Monument-Valley-artige Gebiete. Auch die Besichtigung von ausrangierten Goldgräberminen und Geisterstädten steht wie selbstverständlich auf dem Tourplan.

Auch auf Missions-Seite bietet "Red Dead Redemption" genau das, was wir von einem Wildwest-Spiel erwarten: Wir helfen dem Marshal, Gesetzlose dingfest zu machen (oder werden alternativ selber zum Ganoven), geben Postkutschen Geleitschutz (oder rauben sie selber aus), reiten störrische Wildpferde zu, spielen Nachtwächter, suchen nach den verschollenen Lieben von Auftraggebern und stöbern das auf, was kauzige Goldgräber vor Jahrzehnten zwecks Altersvorsorge verbuddelt haben. 

Wen all das kalt lässt, der verfolgt stattdessen diejenigen Missionen, die John Marstons persönliche Geschichte weitererzählen: Ursprünglich war unser Alter Ego selber ein schlimmer Finger, aber jetzt will John seine Schuld an der Gesellschaft zurückzahlen, indem er die Angehörigen seiner alten Bande einen nach dem anderen aus dem Verkehr zieht.

Nun ist das Epos vom reumütigen Revolverhelden zwar nicht halb so spannend erzählt wie es in einem geradlinigeren Action-Spektakel vermutlich der Fall wäre, aber trotzdem hat sich Rockstar sichtlich darum bemüht, den eher lockeren Sandkasten-Missionsverband so kompakt zu halten, dass zumindest ein Mininum an Drama vermittelt wird. Keine Frage: Wer zwischen zwei Story-Episoden dutzendweise Nebenmissionen erledigt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er irgendwann den roten Faden verliert – aber das liegt nun mal in der Natur des 'Open World'-Genres. 

Ausgesprochen geschickt ist Rockstars Schachzug, die langen Wegstrecken zwischen den einzelnen Schauplätzen zu straffen, indem man sie für ebenso informative wie witzige Dialoge zwischen den Protagonisten nutzt, sie also vom bloßen 'Galopp, Galopp' in den Rang eines Story-Elements erhebt.

Keine Frage: Wie ein "GTA" gibt es auch in "Red Dead Redemption" zahllose kleine bis große Unstimmigkeiten, bodenlose Logik-Löcher und so viel narrativen Blödsinn, dass sich jeder halbwegs gestandene Drehbuchschreiber die Haare raufen möchte. Aber hierfür kann man die Designer nur bedingt verantwortlich machen, denn ein 'Open World'-Titel ist nicht mehr und nicht weniger als der Versuch, die Freiheit des echten Lebens mit der Dramaturgie einer geradlinigen Erzählung zu verknüpfen – ein Unterfangen, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, denn beide Stilrichtungen vertragen sich nicht miteinander. Andererseits kommen sie bei dieser Sorte Spiel auch nicht ohne einander aus: Fehlt uns in einer offenen Spielwelt der rote Faden, dann sind wir all zu schnell gelangweilt. Fehlt uns dagegen die Freiheit, uns dorthin zu bewegen, wohin wir wollen – dann fehlt uns auch die Sorte Spielraum, die wie von einem Titel wie "Red Dead Redemption" erwarten. 

Auf der einen Seite möchten wir die packende Erzählweise eines Hollywood-Streifens, andererseits möchten wir virtuelles Sightseeing – also quasi die Möglichkeit, das zu erleben, was die Filmhelden in den Momenten erleben, an denen wir als Zuschauer nicht teilhaben. Wir möchten wie der Westernheld durch die Prärie reiten, die staubige, heiße Luft dieses erbarmungslosen, wilden Landes atmen und mit den Koyoten heulen… oder so ähnlich.

Und für diese Sorte Erlebnis nehmen wir es gerne in Kauf, dass unser Pferd nach dem Ritt über einen Felsen plötzlich in der Luft steht, nach dem Anbinden vor dem Saloon wie ein Roboter mit Fehlfunktion rucklig auf der Stelle galoppiert oder plötzlich und unerklärlich tot zusammenbricht, obwohl wir uns gerade erst aus dem Sattel geschwungen und ihm für nicht mal fünf Sekunden den Rücken zugewandt haben. 

Und ja, wir können auch ganz gut damit leben, dass "Red Dead Redemption" wie seine Open-World-Kollegen im Kern nichts anderes ist als ein berittener Third-Person-Shooter. Ein Third-Person-Shooter allerdings, der uns die Möglichkeit offeriert, zwischen der Ballerei ein bisschen spazieren zu reiten und die Bewohner dieses Wildwest-Streifens dabei zu beobachten, wir sie ihr kleines Leben leben. Und die Ballerei selber ist schließlich auch nicht zu verachten: Hier bietet das furios präsentierte "Red Dead Redemption" all das, was man von einem aktuellen Deckungs-Shooter erwartet. Außerdem dürfen wir unsere Widersacher nicht nur vom Boden aus bzw. aus der sicheren Stellung heraus mit heißem Blei eindecken: Nein, es wird auch vom Pferderücken aus geballert. Und all das funktioniert so gut, dass uns der jüngste Streich der amerikanischen Rockstars ein "Sehr gut" wert ist – aller Open-World-typischen Probleme zum Trotz. 

 

Dennoch: Wir hoffen sehr, dass wir hier den letzten "GTA"-artigen Sandbox-Titel der Amerikaner sehen. Für die Zukunft wünschen wir uns einfach mehr als einen Haufen Action-Einsätze, der durch ein cooles Szenario zusammengehalten wird. Ein bisschen Bioware-Einschlag wäre z.B. nicht schlecht – also die spürbare Beeinflussung der Handlung durch unsere Entscheidungen.

 

Unsere Wertung: 13 von 15 Punkten (sehr gut)

 

 

Entwickler Rockstar San Diego
Anbieter Rockstar / Take 2
System Xbox 360, PS3
Veröffentlichung  im Handel
Website LINK

 

(Wie unser Wertungssystem funktioniert, erfahrt Ihr HIER.)

 

 

 

Impressum | AGB | Rückgaberecht | Datenschutz | druckversionDruckversion | Sitemap
Jimdo-Logout | Bearbeiten