TEST: INFINITE SPACE
Nachts voller Sehnsucht zu den Sternen aufblicken und sich fragen, wie es wohl wäre, dort aufregende Abenteuer zu erleben – gegen galaktische Schurken zu kämpfen, kosmische zu Schätze heben, epische zu Raumschlachten schlagen und Träume weit jenseits des menschlichen Horizonts zu verwirklichen. Eine Sehnsucht, die viele Roman-, Film- und Spiele-Helden gemeinsam haben – so auch der junge Yuri, der auf einem Planeten lebt, dessen despotischer Herrscher seinen Untertanen jede Form von Raumfahrt untersagt.
Aber Yuri findet einen Weg: Der abenteuerlustige Teenager spart jeden Credit, bis er sich eines Tages die Dienste einer Weltraumsöldnerin leisten kann. Die schöne Nia Lochlain ist es, die ihn von seinem öden Felsen weg und in die Tiefen des Alls bringt. Tatsächlich hilft sie dem Space-Youngster sogar dabei, seinen eigenen Kreuzer (aus Raumschrott) zu konstruieren, mit dem die beiden und ihre Crew künftig Abenteuer erleben, die wie eine Kombination aus japanischen Sound-Novels und Simpel-Strategie anmuten.
Im Klartext: Docken wir bei einer Station an oder werden wir in einen Dialog verstrickt, dann wird Text-Adventure-artig erzählt, zusätzlich dürfen wir schicke Manga-Standbilder bewundern. Verlassen wir den sicheren Raumhafen wieder, dann kreuzen wir an Bord eines simplen 3D-Konstrukts durchs All und bedienen eine Hand voll Stylus-Regler, um unser Schiff durch taktisch inspirierte Echtzeit-Gefechte zu manövrieren. Zunächst sehen wir dabei nur den Taktik-Schirm: der zeigt uns u.a. die Art der feindlichen Flugformation, die Distanz zum Gegner und die aktuell verfügbaren Angriffe (je nach Länge des Aktionsbalkens, der allmählich wieder auflädt).
Erst wenn wir bzw. der Feind das Feuer eröffnen, zeigt eine kurze (und obendrein ziemlich hässliche) 3D-Sequenz, was passiert: Wir beobachten aus der Nahaufnahme, wie die Geschütze losböllern, die Projektile einschlagen (oder am Ziel vorbei rauschen – je nachdem) und empfindlich getroffene Vehikel in Polygon-Teile zerbrechen.
Wer ein Faible für japanische Anime-Space-Operas und den allen Sound-Novels eigenen, bedächtigen Erzählstil legt, der riskiert einen Blick und entdeckt nach vielen Stunden Einspielzeit sogar einen Hauch von taktischem Tiefgang. Die Möglichkeit, unser eigenes Schiff zu konstruieren bzw. vorliegende Bauplänze zu modifizieren, sorgt für zusätzliche Motivation – noch mehr Spaß würde der Schiffbau allerdings machen, wenn der Lohn unserer Mühen nicht so verdammt krude und pixelig wäre… selbst für DS-Verhältnisse. Wer dagegen vollwertige Weltraum-Taktik erwartet, wird enttäuscht.
Unsere Wertung: 9 von 15 Punkten (befriedigend)
| Entwickler | Platinum Games |
| Anbieter | Sega |
| System | Nintendo DS |
| Veröffentlichung | im Handel |
| Multiplayer | bis zu zwei Spieler (Wifi) |
| offizielle Website | LINK |