DEMOS BALD KOSTENPFLICHTIG?

Gamefront.de und div. andere News-Seiten berichten darüber, dass Publisher Electronic Arts für künftige Demo-Downloads evtl. zur Kasse bitten will. Ein mögliches Modell wäre demnach die schrittweise Abrechnung eines Spiels – man baut sich den fertigen Titel also Download für Download zusammen. EA-Entwicklungspartner CryTek hat sich ebenfalls für dieses Modell ausgesprochen. Wir bei elektrospieler beäugen derartige Entwicklungen eher misstrauisch: Einerseits hätte der Kunde auf diese Weise mehr Kostenkontrolle (wenn ein Spiel ab der Hälfte nicht mehr gefällt, dann braucht man für die zweite Hälfte auch nicht mehr zu bezahlen), aber andererseits erscheint es schwer nachvollziehbar, dass man als Kunde für ein Werbemittel zahlen soll.

 

Betrachten wir zum Vergleich das Filmgeschäft: Schon mal für einen Kino-Trailer zur Kasse gebeten worden? Nein? Würde ja auch wenig Sinn machen. Nun mögen Games-Publisher dagegenhalten, dass ihre Trailer auch kein Geld kosten – aber die sind für ein interaktives Medium einfach kein angemessener "First Look". Erinnern wir uns an die Zeiten, als es noch keine Download-Demos und keine Cover-CDs/DVDs gab: Damals konnte man die Qualität eines Spiels bestenfalls einschätzen, indem man bei einem Fachhändler probespielte, sich von einem Kumpel zum Mitdaddeln laden ließ oder aber der Meinung von Fachmagazinen wie Powerplay vertraute. Letzteres war zwar schon immer empfehlenswert, um zu erfahren, worauf man beim Probezock das Augenmerk richten sollte – aber die eigene Meinungsbildung konnte es noch nie ersetzen. Auch das elektrospieler-Team kann nur nach seinen eigenen Kriterien und Erfahrungen berichten, die nicht zwangsläufig denen jedes einzelnen Lesers entsprechen müssen. Aus diesem Grund spielt die "Games-Kritik" in unserer Kiosk-Ausgabe auch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

 

Darum hoffen wir darauf, dass Demos auch künftig kostenlos bleiben. Tatsächlich kann uns kein Hersteller erzählen, dass er durch die Bereitstellung eines einzelnen Levels (manche Demos bieten ja nicht mal das) Nachteile beim Verkauf des Titels erfährt. Eher das Gegenteil dürfte er Fall sein. Oder wir stellen uns künftig darauf ein, dass wir für Werbeplakate am Straßenrand Wegezoll bezahlen dürfen. Werbeagenturen würde es vermutlich freuen – vorausgesetzt, sie bekommen "Anschau-Tantiemen". 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sven (Sonntag, 25 April 2010 16:40)

    Da bin ich ja auch mal gespannt, was das wird. Wenn es wirklich so kommen sollte, hoffe ich, dass wenigstens ein ganz kleiner Teil kostenlos zum Probespielen bleiben wird. Wenn nicht, werden sich bestimmt viele, mich eingeschlossen, darüber aufregen. Ob das mein Kaufverhalten ändern wird? Sehr stark möglich, da ich gerade bei Titeln, bei denen ich mir unsicher bin ob ich sie etwas für mich sein könnten, mich durch eine Demo überzeugen lassen kann.

  • #2

    elektrospieler (Sonntag, 25 April 2010 17:25)

    Wir halten es auch für sehr gut möglich, dass sich Publisher, die diesen Weg einschlagen, am Ende ins eigene Fleisch schneiden. Hinzu kommt: Von denjenigen Leuten, die für einen Online-Service wie XboxLive bereits Geld hinblättern, von denen sehen es sowieso nur die wenigsten ein, wenn sie wieder und wieder zur Kasse gebeten werden. Vor allem in Deutschland herrscht für kostenpflichtigen Internet-Inhalt seitens der Konsumenten noch keinerlei Sensibilität. In USA mag das schon eher klappen. Aber 10.000 Punkte oder mehr für einen Demo – das ist einfach zu viel.

  • #3

    Sven (Sonntag, 25 April 2010 20:46)

    @elektrospieler Stimme ich 100% zu.