E3: Ubisoft-Pressekonferenz

Der Skurrilitäten-Trend setzt sich auf dem Ubisoft-Media-Briefing fort: Statt 'echten' Spielen gibt's auch von französischer Seite vor allem Experimentelles, 'Stereoskopie' und 'Kinect' sind die Zauberwörter. Sowohl beim neuen "Shaun White"-Knochenbrechen als auch beim großartig inszenierten "Ghost Recon Future Soldier" wird explizit auf die stereoskopischen Effekte verwiesen. 

Projekte der ganz besonders befremdlichen Art sind "Battle Tag" und "Innergy": Ersteres soll wohl den Versuch darstellen, "Paintball" risiko- und schmutzfrei ins heimische Wohnzimmer zu transportieren. Klartext: Wir beschießen uns gegenseitig mit Spielzeugwummen, unterdessen fungiert die Xbox 360 nebst Kinect-Erweiterung als Spielleiter, der Treffer auswertet, Regelverstöße ahndet usw. Ebenfalls mit einem eigenen Kontrollinstrument kommt die meditative Öko-Abnormität "Innergy": Wir schnallen uns das Utensil um einen Finger, daraufhin registriert es wohl Blutdruck, Puls, Atemgeschwindigkeit usw. Je nachdem, wie 'heißblütig' wir gerade sind, fällt es uns schwerer oder leichter, unser abstraktes Pixel-Alter-Ego durch einen gezeichneten Kanal zu navigieren. Zugegeben: So ganz begriffen haben wir's nicht – aber diese Beschreibung dürfte dem Konzept zumindest nahe kommen. Für welche Plattform der Titel erscheint, ist uns bisher unklar – aber hier wurde er auf einem Notebook präsentiert… außerdem wurde darauf hingewiesen, dass wir bei Mitnahme des 'Controllers' nahezu überall üben könnten. Also handelt es sich viell. eher um eine App als ein Spiel. Wer an dieser Stelle mehr Durchblick hat, der möge sich gerne melden!

Ähnlich morbide, aber zumindest klar in seinem Konzept ist "Child of Eden" – eine extrem abstrakte und "Rez"-artige Ballerorgie, die ausschließlich via "Kinect" gesteuert wird. 

Endlich mal wieder ein richtiges Spiel ist das für diesen November angekündigte "Assassin's Creed Brotherhood": Das ist nicht etwa der dritte Teil der Serie, sondern eine Fortsetzung von Ezios Geschichte. Der Krieg zwischen Templern und Assassinen eskaliert, darum bekommt unser Meuchelmeister zum ersten Mal Verstärkung, außerdem darf er in der Schlacht Kanonen bedienen und auch in den Städten mit dem Pferd unterwegs sein bzw. vom Pferderücken aus kämpfen. Ohne Stereoskopie- und Kinect-Schnickschnack war "Brotherhood" klar unser Favorit – und vor allem eins: kein nerviges Experiment, sondern einfach nur ein tolles Spiel! 

 

Ebenfalls ein tolles Spiel könnte das von angeblich nur fünf Leuten entwickelte 2D-Abenteuer "Rayman Origins" werden, in dem ein gezeichneter Rayman und sein aus alten Abenteuern bekannter Kumpel Globox zu sehen waren. Für welches System der Titel erscheint, wurde nicht verraten – aber wir vermuten hinter dem extrem charmanten und klassischen Abenteuer einen Download-Titel für XBL, PSN sowie PC.

 

So sehr wir uns über Raymans Rückkehr auch gefreut haben, so niederschmetternd war am Ende die Erkenntnis, dass der alte Hüpfer neben Ezio (und vielleicht den in High-Tech-Rüstungen gehüllten "Future Soldier"-Kämpen) den einzigen nennenswerten Teil des präsentierten Ubisoft-Lineups darstellt – zumindest für uns elektrospieler. Denn: Wir wollen zocken – und nicht zucken! 

 

Ach ja: Recht vielversprechend hat auch die Neubelebung des Ex Rowdie- und Stuntracers "Driver" ausgesehen. Wir geben gerne zu, dass wir dieser Serie noch nie viel abgewinnen konnten – doch zumindest visuell hat diese scheinbar leicht 'open-worldige' Neu-Inkarnation Lust auf mehr gemacht. 

 

Eine genaue Beschreibungen vom bereits bei der Microsoft-PK beschriebenen "Your Shape Fitness evolved" sparen wir uns ebenso wie eine Vorstellung von Ubisofts neuem Online-Service UPlay, der hier ebenfalls vollmundig präsentiert wurde.

 

Hoffentlich zieht Ubisoft bis zur Gamescom bzw. kurz darauf noch ein paar Asse aus dem Ärmel. Wir warten nach wie vor sehnsüchtig auf eine Forsetzung von Ancels brillantem Action-Adventure "Beyond Good & Evil"… und andere ECHTE Spiele. Langsam zeichnet sich auf dieser E3 ein stetig stärkerer Trend ab… ein Trend weg vom klassischen Spiel… und hin zu etwas Undefinierbarem, Unnötigen, beängstigend Unausgegorenen und Experimentellen. Und das nervt gewaltig. Wir interessieren uns für neuartigen Konzepte – aber das darf nicht auf Kosten des Gesamt-Lineups passieren. Gebt uns SPIELE!!! 

 

 

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