Eindrücke von der Gamescom 2010, Teil 2

Micky Epic (Wii): 

Aus "Epic Mickey" wird in Deutschland "Micky Epic". Wir haben auf der GC Mastermind Warren Spector getroffen und den Schöpfer von legendären Spiele-Marken wie "Ultima Underworld", "System Shock", ”Deus Ex" sowie "Thief" zu seiner jüngsten Schöpfung befragt. Er habe sich schon immer gewünscht, ein Spiel für Nintendo zu entwickeln – deshalb habe er nicht lange überlegen müssen, als man ihm das Projekt angeboten hat. Obwohl er sich insbesondere bei Disney an einige Vorlagen betreffs Charakter-Design und Marken-Authentizität zu halten habe, sei er mit der Zusammenarbeit hochzufrieden. Tatsächlich würde man ihn auf jede nur erdenkliche Weise unterstützen, außerdem verfüge er bei "Micky Epic" über das bisher größte Budget seiner Laufbahn. Als besonders aufwändig bezeichnete Spector vor allem die virtuelle Kameraführung: Weil Disneys Mäuserich ganze Level-Regionen der interaktiven Trickfilmwelt weg- bzw. hinzupinselt, habe es dem Team großes Kopfzerbrechen bereitet, immer die ideale Kameraposition zu finden. Generell halte er die Kameraführung für eines der größten Probleme im 3D-Kosmos: "Ganz gleich wie gut die Kameraführung in einem Spiel auch ist – gib mir fünf Sekunden, und ich zeige Dir ihre Schwachstellen." erklärt uns ein gut gelaunter Spector. 

Als wir ihn auf den Look seiner Maus ansprechen und ihn als 'klassischen Micky-Look' bezeichnen, ernten wir ein schelmisches Grinsen. Dann erklärt er uns, dass sein Mäuserisch dutzende von kleinen Abweichungen zum klassischen Design berge, die ihm einige harte Verhandlungen mit Disney eingebracht hätten. So weist der kleine Nager zwar die Pupillen-losen Augen der "Steamboat Willy"-Zeit und die altbekannte rote Hose auf (wie gewohnt mit zwei Knöpfen), aber beim Durchmesser der Gliedmaßen, der Größe der 'Augenmaske' und nicht zuletzt bei den Dimensionen der Ohren habe er viele Merkmale moderner Micky-Generationen einfließen lassen.

 

 

 

A New Beginning (PC): 

Endlich nähert sich das Adventure-Projekt der Vollendung, für das die Macher von "Edna bricht aus" und "The Whispered World" ihre Firma ursprünglich gegründet haben. Das Öko-Point'n'Click-Abenteuer "A New Beginning" versetzt uns ins Jahr 2.500 – in eine Zeit, in der wir das Klima endgültig kaputt gekriegt haben und die überlebenden Menschen vor der totalen Auslöschung stehen. In zwei Wochen sollen gigantische Sonnen-Eruptionen alles Leben auf unserem blauen Planeten vernichten, weil das ramponierte Magnetfeld der Erde keinen ausreichenden Schutz mehr bietet. Also schickt man die junge Fay zurück durch die Zeit und in unsere Epoche. Hier lebt auch der grummlige Klimaforscher Bent Svensson, der bei den Vereinten Nationen bereits seit Jahren für die Finanzierung eines Klimarettungsplans vorspricht – leider ohne Erfolg. Erst in Fays Zeit weiß man, dass Svenssons Plan der einzige Ausweg gewesen wäre. Ihre Mission lautet also folgerichtig: Dem Wissenschaftler helfen und dadurch die Zukunft retten! 

Wie für Daedalic-Titel typisch wird durchweg wunderschöne Zeichentrick-Grafik geboten: Nicht nur die Hintergründe, sondern auch die Figuren wurden Animationsphase für Animationsphase klassisch gezeichnet und zu einem Trickfilm-reifen Spektakel mit knackigen Point'n'Click-Rätseln und pfiffigen Dialogen vereint.

 

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