Eindrücke von der Gamescom 2010, Teil 7

Rage:

 Was id Software schon immer verstanden hat: erst kommt das Spiel, dann die Grafik. Die Jungs, die das Tor zum Ego-Shooter mit ihren frühen Titel überhaupt erst richtig aufstießen, haben sich jetzt endgültig von der klassischen Grafik-Prollerei verabschiedet und mit ihrer neuen Engine lieber einen Ansatz für das Spiel als für die Magazin-Cover verfolgt. "Rage" baut auf ein schnelles, extrem schnittiges und "crispes" Gameplay. Die Grafik sieht sehr ordentlich aus, setzt aber vor allem auf Geschwindigkeit: Ob auf Konsole oder PC, "Rage" soll immer mit ordentlichen 60 Frames pro Sekunde dahin rauschen.

Die Gamescom-Präsentation hat's bestätigt: Auch wenn wir selbst nicht Hand an einen Controller legen konnten, so wirkte es immer so, als reagiere das Spiel sehr schnell, präzise und griffig. Umso besser, da auch das Spiel-Design vor allem auf Geschwindigkeit setzt.

Außerdem haben die Shooter-Experten ein wenig RPG implementiert: so bekommt sie rasante Mixtur aus Endzeit-Spektakel und Zombie-Klamotte den nötigen Taktik-Tiefgang. Ebenfalls angenehm, dass man hier in erster Linie auf den Singleplayer-Modus und eine ordentliche Kampagne zu setzen scheint! Hoffen wir mal, dass es "Rage" ohne all zu große, Zensur-seitige Verstümmelungen nach Deutschland schafft!

 

From Dust:

Eric Chahi wird den älteren Spielern noch ein Begriff sein. Mit seinem kultigen Action-Adventiure "Another World" hat er uns zu 16Bit-Zeiten mit einem vor allem visuell bahnbrechenden Spektakel gefesselt – uns aber ebenso durch unmenschlich schweres Gameplay zur Weißglut gebracht.

Zwlf lange Jahre war es ruhig um den Design-Pionier, mit dem für Ubisoft entwickelten "From Dust" kehrt er nun spektakulär zurück. Das als Download-Titel konzipierte Spiel war definitiv ein Messe-Highlight. Wir spielen endlich mal wieder Gott und verändern eine atemberaubend reagierende Spielwelt nach unserem Gusto. Das geht dank der simplen Steuerung enorm einfach. Noch erstaunlicher ist aber, wie präzise und nachvollziehbar die Welt auf unsere Aktionen reagiert. Wasser sucht sich schnell und realistisch seinen Weg, einfache Erde verweht und erkaltende Lava sorgt für enorme Felsformationen. Wir können mit wenigen Bewegungen Gebirge, Wälder oder ganze Inseln erstellen.

Dies ist aber nur die technische Basis für ein Spielprinzip, dass so durchdacht wie handlich wirkt. Wir müssen eine 'Tribe' vor den Unwägbarkeiten der Natur schützen und sie möglichst lange am Leben halten. Dabei haben die Franzosen das Ziel, dem Spieler einen Eindruck von der Fragilität des Lebens zu vermitteln. Eric Chahi ist auf dem Weg, ein ganz, ganz besonderes Spiel zu erschaffen. Wir freuen uns schon!

 

 

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