Erdbeben-Auswirkungen auf die japanische Games-Branche

www.kotaku.com berichtet unter http://kotaku.com/#!5780916/earthquake-crisis-brings-out-the-best-in-japans-gaming-greats davon, wie japanische Entwickler-Größen die Katastrophe erlebt und wie sie (oder zumindest einige von ihnen) selber eingegriffen haben, um ihren Mitmenschen zu helfen. 

 

Konamis "Metal Gear"-Mastermind Hideo Kojima soll in seinem Blog entwarnt haben, "ihm ginge es gut". CyberConnect's Hiroshi Matsuyama will per Twitter sogar die Räumlichkeiten seines Studios angeboten haben: Die Firma könne bis zu 30 Flüchtlinge aufnehmen und durchfüttern, so Matsuyama. "Super Smash Bros."-Designer Masahiro Sakurai hat leergefegte Straßenzüge in der Metropole aufgenommen und auf das fast vollständige Fehlen von Autos hingewiesen.

 

Spiele-Übersetzer und "Yokai Attack"-Autor (ein Buch über schräge, japanische Spukgestalten mit herrlich durchgeknallten Comic-Illustrationen) Matt Alt meint, "dieses Erdbeben wäre anders gewesen als die vielen anderen, die er während seiner acht Jahre in Tokio erlebt habe." Es wäre eine anhaltende, rollende Bewegung gewesen, die für mindestens eine Minuten angehalten hätte. 

 

Weiteren Berichten zufolge sollen im High-Tech-Mekka Akihabara viele Automaten umgestürzt sein, ansonsten wäre das Konsum-Zentrum der japanischen Videospielwelt vergleichsweise glimpflich davon gekommen. 

Sony wiederum hat mehrere Werke geschlossen, die im Krisengebiet bzw. in dessen Nähe liegen. In einer Fabrik wären sogar mehrere Arbeiter eingeschlossen. 

 

Sieht man von den furchtbaren Einzel- und Familienschicksalen ab, die sich im Laufe dieser Tragödie ereignet haben, bedeutet eine Katastrophe dieser Größenordnung (angeblich das stärkste Erdbeben, unter dem das Inselreich je zu leiden hatte) vor allem einen massiven Hieb für Wirtschaft und Infrastruktur – ein Hieb, der auch an der Spielebranche nicht spurlos vorüber gehen wird. Bei über 1.000 Toten (laut aktuellen Infos) werden sicher viele Familienangehörige oder Bekannten von Spiele-Entwicklern betroffen sein, und die wenigsten Japaner dürften derzeit an Videospiele bzw. deren Produktion denken. Wir halten es für nicht unwahrscheinlich, dass sich hierdurch viele Titel erheblich verzögern – denn jetzt muss Japan vor allem eins: aufräumen. (rb)

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Kommentare: 2
  • #1

    Fronzel Neekburn (Samstag, 12 März 2011 18:26)

    GOTTSEIDANK SIND DIE VIDEOSPIELE NICHT KAPUTTGEGANGEN!!11

  • #2

    Robert Bannert (Samstag, 12 März 2011 20:27)

    Ich habe hier lediglich von Kataku.com zitiert und die wichtigsten Fakten aus deren Meldung zusammengefasst. Die Meldung ist völlig neutral. Es ist nicht unser Job, über die Katastrophe allgemein zu berichten - dafür gibt es spiegel.de & Co.

    Im Übrigen finde ich es gar nicht mal uninteressant, davon zu berichten, wie Angehörige der Branche die Katastrophe erlebt haben. Schließlich besteht eine Katastrophe immer aus der Summe von Einzelschicksalen - und die Erlebnisse von Games-Entwicklern sind genauso wichtig oder unwichtig wie die Einzelschicksale anderer Inselbewohner. Für eine Wirtschaftsseite wäre es völlig normal, auf den wirtschaftlichen Impakt hinzuweisen oder z.B. über Augenzeugenberichte irgendwelcher Broker zu berichten... auf einer Spiele-Seite findest Du Meldungen mit Games-Bezug. Was ist daran so ungewöhnlich?

    Dass Bücher, Filme oder Spiele aus einem Regal purzeln, das mag in Anbetracht einer angeblich drohenden Kernschmelze nichtig erscheinen - aber eine Rolle spielt es durchaus, denn das ist nun mal alles Bestandteil der dortigen Kultur. Und wärst Du ein Ladenbesitzer, dessen Automat umkippen und kaputt gehen würde, dann würdest Du Dich darüber vermutlich auch ärgern - ganz gleich, wie schlimm das ist, was mehrere hundert Kilometer nebenan passiert. Das ist einfach menschlich.