SPIEL ODER SPIELZEUG?

SKYLANDERS & CO.

Grinsende Gesichter beim "Skylanders"-Zock: Mit solchen Promo-Shots bewirbt Activision seinen Spiel/Spielzeug-Hybriden "Skylanders". Und tatsächlich: Das Konzept geht auf und motiviert zur hemmungslosen Figuren-Sammelei.
Grinsende Gesichter beim "Skylanders"-Zock: Mit solchen Promo-Shots bewirbt Activision seinen Spiel/Spielzeug-Hybriden "Skylanders". Und tatsächlich: Das Konzept geht auf und motiviert zur hemmungslosen Figuren-Sammelei.

 

Es sind – zumindest scheint es so – unsichere Zeiten für den klassischen Handel, die Welt der Distribution ist dabei, sich nachhaltig zu verändern. Aber wo bleibt das gute alte Verkaufsmodell? Wo die Waren zum Anfassen, wenn alle Welt nur noch von digitalen Kanälen redet? Ist es dann nicht an der Zeit, den Spiele-Kosmos um eine Komponente zu bereichern, mit der sich der klassische Handel für alle Zeiten sein Stück vom Kuchen sichern kann?

 

elektrospieler über Geschäftsmodelle, die virtuelle und greifbare Welt miteinander vereinen.

 

 

Was waren das noch für Zeiten: Bis Anfang der 1990er lagen Videogames und PC-Spiele noch nicht in gigantischen Stapeln bei den Kaufhäusern aufgetürmt. Wer verspielte Kost suchte, der ging entweder in die Fachgeschäfte, suchte in seltenen Fällen einen Buchhändler auf (obwohl hier nie Konsolen-, sondern nur PC-Kost zu finden war) oder ging in den Spielwarenhandel. Vor allem letzterer war für den Kauf von Segas 16Bit-Mega-Drive bei seinem Europa-Start (1990) die Anlaufstelle Nummer 1, auch portable Zock-Maschinerie wie Gameboy, Game Gear oder Ataris Lynx machten es sich bei Vedes & Co. neben He-Man und Han Solo gemütlich.

 

Heute dagegen sind Games weitestgehend aus dem Angebot der Spielwarenhändler verschwunden: Mit den Konditionen von Giganten wie Saturn und Media-Markt kann man während der „Geiz ist geil“-Ära kaum konkurrieren – und die corigsten der Core-Gamer pilgern nach wie vor zum Fachhändler ihres Vertrauens. Ergo: Man verlässt sich auf das, was man besonders gut kann – Spielzeug, Plüschtiere, Brettspiele etc. Kaum weg zu ignorieren indes ist die untrennbare Verbindung all dieser Felder: Einstige Spielwaren-Only-Riesen wie der dänische Bauklotzhersteller LEGO haben längst die Zeichen der Zeit erkannt und ihr Angebot entsprechend erweitert. Um den Brettspielhunger zu befriedigen, füllt man seine Klötzchen in „Heroica“-Boxen, auf dem Videospiel-Sektor vermarktet man ans Kinogeschehen angepasste Erfolgsmarken wie „LEGO Harry Potter“ oder „LEGO Star Wars“ weiter… und über Mitnahme-Artikel á la „Ninjago“ oder „Hero Factory“ will man mit vergleichsweise niedrigpreisigen Artikeln die Sammel-Schiene bedienen.

 

 

TREFFEN DER GENERATIONEN

Aber was ist mit der Verbindung aus beiden Universen? Warum nur zum Spielzeug ODER zum Video- respektive Computer-Spiel greifen? Warum nicht beides miteinander kombinieren?

Obwohl die Kombination aus Figuren- und Internet-Kosmos nichts Neues ist (selbst Überraschungsei-Figuren bieten dann und wann einen Code für die Freischaltung von Online-Extras), begegnet man der konsequenten Umsetzung einer entsprechenden Vermarktungs-Hochzeit immer noch höchst selten: Zuerst versuchte man sich bei Sony an der Liason aus Spiele- und Sammler-Kosmos, indem man das bereits aus PS2-Zeiten etablierte EyeToy-Konzept mit einem 'Magic'-verwandten Trading-Card-Game paarte. Das Resultat hieß „Eye of Judgement“ und erfreute sich dank der beiliegenden Kamera zumindest zeitweise einer gewissen Beliebtheit. Das Spiel selber war ausgefeilt, die Karten noch wesentlich hübscher illustriert als das durchschnittliche „Magic“-Motiv und das interaktive Konzept schlicht grandios: Wie beim großen Vorbild wollten die Trading Cards in festgelegten Zonen platziert, aufgedeckt und abgelegt werden. Der eigentliche Kick dagegen war das Ausspielen, denn jede gespielte Karte beantwortete das Programm mit einer furiosen 3D-Animation, die es über das per Kamera gefilmte Spielfeld legte. Tatsächlich wurde „Eye of Judgement“ im Rahmen mehrerer Rollenspiel- und Trading-Card-Conventions vorgeführt, vor allem Händler und Con-Initiatoren schätzten den Show-Effekt des Spiels extrem und versprachen sich einen großen Boom davon… einen Boom allerdings, der leider ausblieb. "Eye of Judgement" war eine Randerscheinung, denn den angepeilten Trading-Card-Markt verfehlte es großräumig. Warum? Dazu später mehr.

 

Vorher widmen wir uns einem auf den ersten Blick ganz ähnlichen Konzept, das ebenfalls scheiterte – wenn auch aus ganz anderen Gründen. „Battleforge“ von Electronic Arts wurde zunächst so massiv überschätzt, dass es fast zur Schließung des beauftragten Studios EA Phenomic in Ingelheim führte. Die Idee: Man paart moderne Echtzeit-Strategie mit virtuellen Trading-Cards. Letztere beschwören in der namensgebenden ,Battleforge‘ die fürs Schlachten benötigten Einheiten und andere Extras. Bemerkenswert bei diesem Konzept: Anders als bei „Eye of Judgement“ verzichtet man gänzlich auf ein greifbares Transportmedium. Oder einfacher: Die Karten, die der Spieler gegen harte Währung online einkaufen muss, gibt es tatsächlich nur in virtueller Form. Zwar wurde die versammelte Presse während der Produkt-Präsentationen immer wieder mit echten (und teils überlebensgroßen) Karten gelockt… aber die dienten allein der Kommunikation des ehrgeizigen Projekts. Tatsächlich stockte man das Ingelheimer Studio personell sogar auf, um die permanente Pflege des aufwändigen Online-Titels sowie die Entwicklung neuer Karten-Sets und der mit ihnen einhergehenden Einheiten-Verbände gewährleisten zu können. Leider vergeblich: „Battleforge“ konnte sich bis heute nicht durchsetzen, auch die Umstellung auf das derzeit gängige Free2Play-Modell brachte nicht den gewünschten Erfolg – und das, obwohl „Battleforge“ von der Presse überwiegend positiv aufgenommen wurde.

 

 

PORTAL OF POWER

Ganz und gar auf ein kindliches Publikum gebürstet dagegen scheinen die putzigen „Skylanders“, die Activision Blizzard gerade mit viel Aufwand vermarktet: Das Basisspiel enthält neben drei possierlichen Action-Figuren das ,Portal of Power‘ – einen schicken Plastikbrunnen, der – entweder wireless oder via USB mit Konsole respektive PC verbunden – nicht nur regenbogenfarben leuchtet, sondern außerdem die Schnittstelle zwischen Spiel und Spielfiguren stellt. Das Konzept (das man im Spiel mit einer neckischen Geschichte erklärt) ist ebenso genial wie einleuchtend: Weil das handliche Action-Adventure viele Gebiete enthält, die nach dem Einsatz von bestimmten Spezialfähigkeiten verlangen oder nur mit dem Angehörigen eines bestimmten Elements erkundet werden dürfen, erfasst jeden auch nur halbwegs dafür anfälligen Spieler schnell die Sammelleidenschaft: Die einzige Möglichkeit, um in den Genuss des jeweiligen Charakters zu kommen, ist nämlich der Kauf der entsprechenden Figur. Einmal eingeschaltet, wird das ,Portal of Power‘ zum Gegenstand eines regen ,Figürchen wechsel Dich‘-Spiels: Je nachdem, welcher ,Skylander‘ gerade gebraucht wird, findet auf der schick gestalteten Schnittstelle eine andere Figur Platz – oder gleich zwei Stück auf einmal, wenn sich vor einer Konsole genauso viele Duellanten einfinden. Der Clou dabei: Jeder Spieler bringt seine eigenen ,Skylanders‘ mit, denn die intelligenten Kerlchen merken sich ihren Fortschritt (Erfahrungspunkte, Level, Ausrüstungsgegenstände etc.) nicht wie von anderen Adventures gewohnt auf der Festplatte, sondern in der transparenten, grünen Plastikscheibe unter ihrem Sockel. So hat man als Spieler buchstäblich den kompletten Charakter, und nicht allein die Action-Figur im (Ruck-)Sack. Dabei interessieren sich die Skylanders nicht mal für Formatsdifferenzen: Ganz gleich, auf welcher Hardware man seine Charaktere hoch-gelevelt hat (Xbox 360, PS3, Wii, PC) – jede Version des Spiels versteht jede Figur, nur auf dem jeweiligen ,Portal of Power‘ muss man sie platzieren. Dieser Tage erscheint übrigens der 3DS-Ableger des Spiels: Obwohl es sich hierbei nicht um das selbe Szenario, sondern eine Art Sidestory handelt, sind die Figuren nach wie vor kompatibel. Wer also zuvor schon das ,Original‘ ausgiebig dazu genutzt hat, um ein paar besonders muskulöse Action-Helden zu züchten, der hat auf dem 3DS entsprechend leichteres Spiel.

Die innovative Technik, die im ,Portal of Power‘ und den Sockeln steckt und die jede Figur in Sekundenbruchteilen updated – ganz gleich, wie schnell und barsch sie umgeworfen wird – erklärt Activision selber mit ,Magie‘. Oder weniger flapsig: Man will nicht verraten, was dahinter steckt, denn sonst würde man – so die Aussage des Publishers – den Hauch des Magischen und Mysteriösen zerstören, der vor allem junge Spieler so sehr fasziniert.

Tatsächlich hat uns intensive Recherche an dieser Stelle nicht weitergeholfen: Niemand scheint zu wissen, welcher Trick dahinter steckt – zumindest noch nicht. Fest steht, dass sowohl Technik als auch Idee und Figuren top sind: Schickere Action-Heroen haben wir schon lange nicht mehr gesehen, außerdem sind die Charaktere mit sieben bis acht Euro pro Stück bzw. knapp 20 Euro für ein Dreierpack durchaus bezahlbar. Ebenfalls für um die 20 Euro gibt es aktuell zwei Kampagnen-Sets, die neben einem Helden jeweils mehrere hilfreiche Gegenstände sowie einen Story-Gegenstand beinhalten. Letzter eröffnet – einmal auf dem Portal platziert – einen neuen Level im „Skylanders“-Kosmos.

Auf diese Weise will man bis Ende des Jahres um die 30 Figuren und eine noch nicht näher benannten Anzahl von Kampagnen- bzw. Sammler-Paketen im Handel platziert haben.

Auf unsere Frage nach den Distributionskanälen führte man neben den Klassikern (Saturn- und Mediamarkt) vor allem die Müller-Kette (die in vielen Outlets über eine vollwertige Spielwarenabteilung verfügt) sowie Toys R Us als wichtige Verkaufspartner an: Ein Zeichen dafür, dass sich Activision sehr wohl der Tatsache bewusst ist, dass ihr neuartiges Konzept langfristig nur greifen kann, wenn man nicht nur die Elektronik-Ketten, sondern vor allem den Spielwarenhandel auf seiner Seite weiß: Darum gibt es für jede große Kette (Saturn, Müller, Toys R Us) eigene, zunächst exklusive Figurensets sowie individuell auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse zugeschnittene Promotion-Aktionen. So haben allein Toys-R-Us-Filialen besondere Standies, die mit einem eigenen TFT-Monitor nebst einer Spezialversion des Power-Portals kommen: Letztere erkennt die jeweils vorgehaltene Figur auch durch die Verpackung und zeigt daraufhin ein Präsentationsvideo, in dem sich alles um den gewünschten Himmelsländler und seine Talente dreht.

 

 

ZUKUNFTSMUSIK?

Keine Frage: Diese Bemühungen sprechen eine deutliche Sprache – Activision meint es ernst. Nachdem man die Idee der beiden ,Toys for Bob‘-Gründer Paul Reiche III und Fred Ford (u.a. für die beiden erinnerungswürdigen 3DO-Titel „The Horde“ und „Pandemonium“ verantwortlich) so aufwändig und kostspielig umsetzte, will man es genau wissen: Kann man mit Hilfe entsprechender Marketing-Aufwendungen endlich eine funktionierende Liason von modernen Videospielen und klassischem Spielzeug realisieren?

 

Der entsprechende Telefon- und Laden-Besuchs-Marathon von IGM war zwiespältig: Während Stichproben bei Toys R Us und Müller größtenteils die entsprechenden Exklusiv-Programme bestätigten, war z.B. Müller-Verkaufspersonal in größeren Filialen abseits der Stadtzentren häufig planlos – ganz zu schweigen davon, dass man den englischen Titel nicht verstand und gleich mehrfach nachhakte, ob es sich denn um LEGO- oder „Star Wars“-Figuren handele. Zugegeben: Kann man von der durchschnittlichen Dorfladen-Verkäuferin erwarten, dass sie das komplette Warenprogramm kennt? Kaum.

Bei den in mehrere Abteilungen gegliederten Niederlassungen im Stadtkern wiederum blickte man schon besser durch und bot uns sogar freundlich an, seltene Figuren zurückzulegen, da die Nachfrage entsprechend groß wäre. Etwas frostig dagegen waren die Nachfragen bei vielen Fachhändlern: Hier hatte man höchstens das Basis-Set, die Figuren wiederum ignorierte man hartnäckig, da es – so die Aussage vieler Indy-Geschäfte – bei ihnen für diese Sorte Spiel keine Kunden gäbe.

 

Eine Aussage übrigens, die wir stark anzweifeln: Nicht gerade wenige Kleinst-Game-Stores machen einen stattlichen Umsatz durch Sammler-Artikel wie Trading Cards – warum sollte das selbe Kunststück nicht mit Figuren gelingen? Wir vermuten hinter dem Unmut vieler Indies die Tatsache, dass bei „Skylanders“-Figurinen eine verhältnismäßig niedrige Gewinnspanne pro Figur der nicht gerade platzsparenden Unterbringung und Ausstellung gegenübersteht. Vor allem letzteres dürfte für viele kleinere Ladenlokale ein echtes Problem sein. Davon abgesehen hat Activision mit seiner aufwändig eingeführten Marke bessere Karten als die vergleichsweise halbherzigen und problembehafteten Versuche von Sony bzw. EA: Letztere führten die Sammel-Idee hinter „Battleforge“ ad absurdum, indem man komplett auf das verzichtete, was nach wie vor am meisten zum Sammeln verführt – etwas Greifbares! Klarer Fall: Klassischer Handel 100 Punkte. Download-Sammelei: 0 Punkte.

 

Etwas schwieriger wird‘s dagegen bei „Eye of Judgement“, denn auf den ersten Blick hatte dieser Titel alles, was man für den Erfolg braucht : Eine hervorragendes Produkt, tolle Sammelkarten und einen ordentlichen Marketing-Etat. Auf den zweiten Blick jedoch wird schnell klar, woran das Experiment krankte: Anders als „Skylanders“ heute war „Eye of Judgement“ kein Multiplattform-Titel, sondern auf ein einiziges, zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend verbreitetes System beschränkt – die PS3. Der durchschnittliche Trading-Card-Fan hatte zu diesem Zeitpunkt weder PS3 noch HDTV, und ein Sammelkartenspiel allein war schwerlich Grund genug, gleich beides zu kaufen.

 

 

SCHMERZLICH VERMISST: WiiWaa

Einen kleinen Gag haben wir uns für den Schluss des Berichts aufgehoben: Nichts für Sammler, aber trotzdem eine verwandte Verschmelzung der klassischen und der modernen Spielzeugwelt ist das „WiiWaa“-Konzept des schwedischen Ausnahme-Designers Klaus Lyngeled. In seinem für die jüngsten Spieler konzipierten Abenteuer dreht sich alles um ein herziges Plüschtier, das – hat man erstmal die Wiimote in seinen flauschigen Innereien verstaut – zum Spiel-Controller wird und seine Bewegung auf sein virtuelles Bildschirm-Alter-Ego überträgt. Die grandiose Idee geistert bereits seit 2009 durch die Presse, fand viel Lob und gewann sogar Preise, ist aber bis heute noch immer nicht marktreif. Vielleicht liegt‘s am schwächelnden Wii-Markt, vielleicht am mangelnden Interesse ausreichend gesattelter Kooperationspartner… vielleicht aber auch an Lyngeled selber. Der hat zwar nicht umsonst den Ruf einer fantasievollen Kreativmaschine, ist aber auch dafür bekannt, sich gerne zu verzetteln und seine Visionen nicht zuverlässig umzusetzen (man denke nur an das von ihm konzipierte „Kore Gang“, das erst marktreif wurde, nachdem der Kelch an das deutsche Entwickler-Team Snap Dragon ging).

 

Auf lange Sicht ist es unvermeidlich, dass die Verschmelzung der Spielzeug-Universen Erfolg hat – vor allem in Hinblick auf die Langlebigkeit einer Marke eröffnen sich hier ganz neue Möglichkeiten, die dem zuweilen orientierungslosen Markt sehr wohl neue und wichtige Impulse geben könnten. Aber so viel steht fest: Versucht sich daran ein geringerer als ein Publishing-Major wie Activision, dann hat die Idee wenig Aussicht auf Erfolg. Wünschenswert wäre auf alle Fälle, wenn auch der Fachhandel die Idee nicht einfach bemoserte, sondern sie dankbar aufgreifen würde – denn vielleicht liegt hier die Zukunft. Sollte sich irgendwann das Gros der Kunden dazu entscheiden, Spiele zu laden bzw. zu streamen, dann sind es vielleicht die „Skylanders“, „WiiWaas“ und „Eye of Judgement“-Karten bzw. ihre geistigen Erben, die das klassische Retail-Modell erhalten. Vielleicht mag dieser Trend neue Probleme mit sich bringen – aber kann man es sich wirklich leisten, ihn zu verschlafen? (Robert Bannert)

 

(Der Artikel wurde ursprünglich in IGM veröffentlicht.)

 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Chräcker (Freitag, 30 Dezember 2011 20:30)

    Ich bin ja Mitte November auf dieses Taschengeldgrab gestossen, (Eigenwerbung-An: http://www.chraecker.de/blog/?p=742 Eigenwerbung-aus) und nun ist der Tag der Beschenkung an meinem Sohn vorbei und das Spiel hat die ersten persönlichen Tests bei meinem Sohn hinter sich: was er findet, und ich als Zuschauer bestätigen kann: es ist alles sehr sehr nett gemacht.

    Die Figuren selbst sind nun nicht DER Brüller an Raffinesse (aber durchaus nett an zu schauen), das Spiel aber sehr liebevoll gestaltet. Man möge natürlich die Zielgruppe dabei berücksichtigen. Aber auch mir machte das rum laufen mit einer eigens dafür gekauften persönlichen Figur Spaß, und nun steht die Figur auf meinem Schreibtisch und ja: sie ist für mich schon mehr als die Summe alles Plastiks.

    Mein Sohn hatte freilich gleich Nachkaufwünsche, und Weihnachtsgeld sei Dank konnte er ein paar Läden durchstöbern: die drei Saturnläden gaben an, das ihr Bestand durch einen sehr guten Verkauf gelichtet sei, die Auswahl war also wegen dem Erfolg reduziert. Was ich gönnend positiv fand. Letztendlich hoffe ich ja, das viele Softwareerweiterungen des Spieles noch kommen, um den Hardware-Erweiterungen (Figuren Nachkauf) auch durch Spielzeit gerecht zu werden. Doch schon jetzt spielt mein Sohn die ersten Gebiete immer wieder neu, teils, um seine neue Figuren noch nach zu leveln, teils, weil bestimmte Bereiche nun überhaupt erst erreicht kann.

    Ich finde das Konzept (immer noch) überzeugend. Mäkler sollten bedenken: das Ganze ist allen Unkenrufen zum Trotz ja freiwillig in der Anschaffung. Und durchaus "vom Start weg" transparent für den Erwachsenen Käufer.

  • #2

    Robert Bannert (Freitag, 30 Dezember 2011 21:20)

    Sehe ich genauso. Mich als alten Figurensammler konnte das Konzept schnell für sich gewinnen, und das, obwohl ich keinen Nachwuchs habe. ;) Das Gemeckere über die Geldmacherei indes kann ich nicht nachvollziehen, denn auch Spiele, AddOns und Figurenserien ohne gegenseitige Berührungspunkte werden ja nicht aus Gründen der Nächstenliebe auf den Markt gschmissen, sondern weil jemand damit verdienen will. Für was ich mein Geld auf den Thresen haue, muss ich selber wissen.

  • #3

    Chräcker (Freitag, 30 Dezember 2011 21:45)

    Es gibt auch noch einen erheblichen Unterschied zu vielleicht anrüchigeren anderen Geldmacherspiele: die meisten fußen auf dem Konzept, einen erst einmal mit "alles fast umsonst" an zu fixen, eine gewisse Spielspaßabhängigkeit zu generieren (der ich auch gerne und oft bei Spielen erliege...) und dann ZACK zur Kasse zu bitten: das Konzept von Skylander allerdings ist so offen erkennbar: da kann man eben vorher frei entscheiden: lass ich mich da drauf ein oder eben besser nicht.

  • #4

    Robert Bannert (Freitag, 30 Dezember 2011 22:59)

    Jupp, und es ist auch (potentiell) fairer als die Sammelkarten-Geschichte, bei der Du langfristig RICHTIG Geld hinblättern musst, wenn Du konkurrenzfähig bleiben willst. ;)