ABGESOFFEN…

… sind dieser Tage nicht nur der ehemals stolze Luxuspott Concordia und das AAA-Rating des Euro-Rettungs-Fonds… auch Blizzards Pläne für einen der wichtigsten Multiplayer- und Virtual-Goods-Absatzmärkte schlechthin laufen gerade auf Grund: Wer jetzt denkt, das größte Problem südkoreanischer Computer-Abenteuer wären bekloppte Diktatoren-Zöglinge aus Nordkorea, die ihr Raketen-Arsenal in Stellung bringen, der irrt – denn ausnahmsweise ist es die eigene Regierung, die den EP-verrückten Rekordklickern einen Strich durch die Genuss-Rechnung macht. Und die geht so: Weil Südkorea äußerst strikte Richtlinien in Bezug auf das Glücksspiel pflegt, hat man das für "Diablo 3" geplante Online-Auktionshaus bei den Regierenden auf dem Kieker. Hintergrund der Aversion: Hier sollen bald virtuelle Güter gegen echtes Bares eingetauscht werden – ein an sich vielversprechendes Konzept, das die südkoreanische Regierung aber dazu bewogen hat, einer Veröffentlichung des Spiels nur zuzustimmen, wenn Blizzard das bemäkelte Auktionshaus für die Veröffentlichung im asiatischen Staat streicht. So habe man außerdem ein Auge darauf, ob der Publisher das Feature in künftigen Online-Updates nachreiche – für diesen Fall behalte man es sich vor, "Diablo 3" doch noch zu verbieten.

 

Für ein echtes Stimmungstief bei einigen PC-Rollenspielern sorgt aber auch die Veröffentlichungspolitik von EA: Das von vielen herbeigesehnte SciFi-RPG "Mass Effect 3" verlangt zwingend nach einem Konto bei EA's besonders hierzulande ob ihrer Datenschutzrichtlinien kritisierten Online-Plattform 'Origins'. Auf Steam ist der Titel gar nicht erst zu haben. Immerhin darf man sich laut Bioware auf ein besonders spannendes Abenteuer freuen: Man habe das Autoren-Team verdoppelt, damit der Charakter von Weltraum-Frontmann Sheppard noch kantiger, kerniger und interessanter wird.

 

Wer dagegen Angst hat, dass er bald in einem Überangebot von MMORPGs ersäuft, könnte richtiger kaum liegen: Nach Biowares "The Old Republic" (das jetzt die dritte Woche in Folge den Spitzenplatz in den Saturn-Charts belegt) buhlen bald zwei weitere potentielle Überflieger um die Freizeit der Spieler. "The Secret World" von "Age of Conan"-Entwickler Funcom bspw. versetzt Community-affine Erfahrungspunkte-Jäger in eine schrille Parallelwelt mit Lovecraft-inspirierten Horror-Elementen. Ebenfalls gruselig soll's in "World of Darkness" zugehen, das von "EVE Online"-Entwickler CCP kommt. Allerdings gibt es für das Vampire-MMO, das sich beim gleichnamigen Paper'n'Pencil-Szenario "Vampire: The Masquerade" von White Wolf bedient, noch keinen Veröffentlichungstermin.

 

Ein eher skurriler Auswuchs der MMO-Bewegung kommt zur erfolgreichen Trickfilm-Comedy "Family Guy": Laut Website startet das befremdliche Browser-Spiel bald in die Beta-Phase. Grober Lizenzschrott oder halbwegs manierliche Versoftung einer der kultigsten TV-Serien unserer Zeit? Wir werden's erfahren…

 

Untergangsstimmung schien es bis vor kurzem auch bei THQ zu geben. Gerüchte und Analysten wollten davon wissen, dass der Publisher 2013 in Liquiditätsschwierigkeiten geraten könnte und deshalb für 2014 seine sämtlichen Veröffentlichungen gestrichen hätte. THQ selber indes hat die Gerüchte dementiert… nicht bestritten hat man dagegen, dass die Zukunft eines MMORPG-RPG-Projekts im "Warhammer 40K"-Universum von Games Workshop noch immer ungewiss ist.

Obwohl man sich kaum darüber gefreut haben dürfte, dass die Aktie (u.a. als Folge der Gerüchte) im Freitagshandel mit 6,9 Prozent im Minus schloss, gibt es zumindest einen Grund zur Freude: Der dritte "Saints Row"-Teil hat sich bisher über drei Millionen Mal verkauft (plattformübergreifend) und läuft damit noch deutlich besser als seine Vorgänger. Übrigens bietet man PC-Ganoven bald ein besonders cooles Gimmick: Ein Steam-seitiges Auto-Update für die schräge Open-World-Schießerei soll Masken von "Steam Fortress 2"-Charakteren in den Kleiderschrank der Spieler hängen.

 

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