Web jetzt staatlich gefiltert?

Ein wesentlicher Kritikpunkt am heiß diskutierten Jugendmedienschutzstaatsvertrag (sagt das dreimal schnell hintereinander) war bisher das Fehlen einer einheitlichen Software-Lösung für das Taggen und Filtern von Web-Angeboten. Das hat jetzt laut golem.de ein Ende, denn endlich sind zwei Filter-Lösungen staatlich anerkannt. Damit sollte es Erziehungsberechtigten – zumindest theoretisch – möglich sein, dafür zu sorgen, das ihr Nachwuchs nur solche Domains bzw. Sub-Domains sichtet, die für ihr Alter geeignet und durch den jeweiligen Website-Betreiber mit einem entsprechenden Filter-Tags versehen sind. Faktisch häuft sich seit der offiziellen Anerkennung der Programme vor einigen Tagen aber schon jetzt die Kritik: Beide Applikationen – die eine kommt vom Verein 'JusProg', die andere von der Telekom – wird ein Placebo-Effekt unterstellt, da sie nur unter Windows und nicht bei Sub-Sites greifen… womit geschätzte 90 Prozent des Internets vom Filtereffekt ausgeschlossen sind… ebenso wie Mac-User, iPads, Smartphones & Co., für die es noch immer keine verstaatlichte Filter-Software gibt. Glückwunsch.

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