Maskierter Wüterich

 

Heute wird die Spielewelt von Franchises, Sequels und ähnlichen sicheren Nummern regiert. Wo die großen Studios zu Beginn dieser Hardware-Generation noch mit Titeln wie "Uncharted", "Resistance", "Gears of War" oder "Assassin´s Creed" etliche spannende, neue Marken etablierten, da ist heute die großflächige Sequelitis ausgebrochen. Kaum ein großer Titel ohne eine Zahl im Namen, kaum eine aufwendige Produktion, die nicht irgendwie auf bekannten Figuren, Welten oder Lizenzen fußt. Alleine deswegen ist "Dishonored: Die Maske des Zorns2, ein Ego-Abenteuer, das gerade von den französischen Arkane Studios entwickelt wird, ein absoluter Lichtblick.

 

Schon auf den ersten Blick ist klar, dass "Dishonored" ein durch und durch ehrgeiziges Projekt darstellt. Es spielt in einer herrlich anzusehenden, vor allem aber auch völlig unverbrauchten Steampunk-Welt, die wie eine Mischung aus dem viktorianischen London und den alten Walfängerstädten der amerikanischen Ostküste anmutet. "Dishonored" punktet durch einen Helden, der Charakter und Charisma versprüht. Durch einen komplexen Spielverlauf, der nicht auf starr geskriptete Events setzt, sondern dem Spieler jede Menge Freiheiten bietet, seine Missionen mal leise und heimlich, mal brutal und laut durchzuführen. Aber worum geht es in "Dishonored" eigentlich?

 

Die Hauptfigur hört auf den Namen Corvo und war eigentlich mal der Leibwächter der hiesigen Herrscherin. Doch diese Zeiten sind vorbei, seit die Dame ermordet wurde und man ausgerechnet ihm die Untat in die Schuhe schob. Jetzt sitzt Corvo hinter Gittern und harrt seiner Hinrichtung. Doch ein geheimnisvoller Fremder bietet ihm die Möglichkeit, seinen Namen reinzuwaschen und sich am echten Mörder, dem jetzigen Regenten, zu rächen. Natürlich nimmt Corvo des Angebot des zwielichtigen Burschen an und bekommt übernatürliche Kräfte verliehen, die ihm bei seinem Feldzug helfen sollen. Mission für Mission nähert sich Corvo nun seinem Ziel.

 

Spielerisch orientiert sich "Dishonored: Die Maske des Zorns" deutlich an so manchem Liebling vergangener Jahre. Da wird geschlichen und infiltriert wie in den "Thief"-Spielen. Die Interaktions- und Bewegungsfreiheit wiederum erinnert an "Deus Ex". Das Steampunk-Design ist sehr eigen, aber man merkt auch, dass Entwickler Arkane schon beim zweiten "Bioshock" die geschickten Finger im Spiel hatte. Manch eine Meuchel-Mission dagegen erinnert an "Assassin´s Creed". Trotz all dieser prominenten Vorbilder wirkt "Dishonored" wunderbar eigenständig: Wir können es kaum erwarten, Corvos Rachefeldzug zum ersten Mal selber zu bespielen, denn leider gab es bei dieser ersten deutschen Präsentation in den Frankfurter Bethesda-Büros keine Möglichkeit, den appetitlichen Titel (oder die verführerisch gebauten Freudendamen, die Ihr auf dem einen oder anderen Screenshot seht) selber zu befingern. (Thomas Nickel)

 

Übrigens: Freut Euch schon auf elektrospieler Nr. 13! In der August- und Messe-Ausgabe unserer Print-Publikation erwartet Euch ein extra fettes "Dishonored"-Special mit mehr Informationen und mehr Bildern!

 

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