Der erste Ego-Shooter für PlayStation Vita ist da:

 

Die Amis und ihre Feuerwehrmänner: Anders als die nicht immer beliebten Polizisten stehen die wackeren Wächter über Flammen und Naturkatastrophen in dem Ruf, ausgesprochene Lebensretter zu sein – besonders seit ihrem beherzten Eingreifen bei 9/11 werden sie fast landesweit und nahezu kultisch als Helden verehrt. Aber auch vor den Angriffen auf das World Trade Center haben sich Autoren und Filmemacher der heißen Thematik angenommen, darunter weltbekannte Werke wie "Backdraft" mit Kurt Russell als Feuerwehrmann, der eine fast schon übernatürliche Zwiesprache mit dem knisternden Element hält. 

 

Jetzt bemüht Sony für sein neues "Resistance" das Bild des helden- wie hünenhaften Lebensretters, der – von brüllenden, zischenden Flammen umzüngelt – nur mit Axt, Leiter und Schlauch bewaffnet durch die schwelenden Ruinen eines brennenden Hauses und durch dicke Rauchschwaden stürmt. Hier rettet er, ungeachtet des Risikos für das eigene Leben, brave Leute im Dutzend… und wenn er dann wie Feuerbekämpfungs-Experte Riley mit ein paar beherzten Axthieben auch noch schmierige Alien-Bestien aus den Kampfstiefeln drischt, dann ist die Zeit reif: Reif für einen Ego-Shooter, der sich gewaschen hat! 

 

Den beschert uns jetzt Sony mit "Resistance: Burning Skies", in dem sich alles um den erwähnten 'Firefighter', sein dickes Hackebeil und schicke Großkaliber dreht. Weil sich Serien-Erfinder Insomniac nach dem jüngsten PlayStation3-"Resistance" offiziell von der Serie verabschiedet habt, kommt das Hosentaschen-Spinoff vom kalifornischen Entwickler Nihilistic, der u.a. die "Conan"-Schnetzelei, die "PlayStation Move Heroes" und die "Zombie Apocalypse" zu verantworten hat. 

 

Mit "Burning Skies" tritt das Studio jetzt nicht nur ein atmosphärisch und spielerisch großes Erbe an, obendrein steht man in der Verantwortung, 'PlayStation Vita'-Besitzer mit einer vorbildlichen Ego-Ballerei zu bedienen: Ja, richtig gelesen – das neue "Resistance" ist zugleich die erste First-Person-Ballerei für Sonys junges Handheld-System, und als solche muss sie beweisen, dass sich die Vita deutlich besser für das Genre eignet als ihr Vorläufer bzw. konkurrierende Mobilgerätschaften.

 

Diesen Umstand verdankt die Vita aber nicht allein ihrer schieren Rechen-Power und Grafik-Performance, die den großen Konsolen näher kommt als irgendein anderer Handheld: Vor allem das bereits von Haus aus in das Gerät implementierte Analog-Stick-Doppel ist es, die das Pocket-System extrem FPS-tauglich macht, da wir mit ihrer Hilfe wie mit einem Joypad linkerhand die X- und Y-Bewegungsachsen bedienen, während wir rechterhand den Blick schweifen lassen, uns umdrehen, nach oben bzw. unten schauen und das Marschkommando feiner nuancieren.

 

Aber nicht nur dank des Stick-Doppels ist Feuerwehrmann Riley ein besonders handlicher Egomane, auch der kluge Einsatz des Touch-Screens kommt ihm zugute: Wie gewohnt verfügen die meisten "Resistance"-Wummen über einen besonders spektakulären Zweitnutzen, der sich – vorausgesetzt, wir haben genügend Spezialmunition in petto – dank begrabbelbarem Bildschirm noch flotter und intuitiver in den Spielfluss einfügt als bei den großen Serienbrüdern für die PS3. Z.B. befeuern wir die knurrende und sabbernde Bestienmeute jetzt mit Granaten, indem wir die gewünschten Sprengkörper kurzerhand ins Zielgebiet 'wischen'. Besonders komfortabel fällt diesmal die Bedienung des Zielsuchsystems aus: Wieder dürfen wir mit Hilfe vom 'Bullseye' Bestien so ins Kreuzfeuer nehmen, dass sich die clevere CPU unserer Knarre derart hartnäckig im zuvor markierten Widersacher verbeißt, dass sie ihn künftig von selbst mit Projektilen beharkt – selbst dann, wenn wir in die andere Richtung ballern oder unsere Waffe aus der Deckung heraus und völlig blind abfeuern. 

Ebenfalls schick ist die Armbrust, mit deren Hilfe wir entweder (Primärfunktion) Bolzen im Chimärenfleisch versenken oder (Sekundärfunktion) Napalmgeschosse auf den Weg bringen, die garantiert jedes Monster Feuer fangen lassen, das sich auch nur ungefähr in Schussrichtung aufhält. Allerdings ist die Nachschubregelung in diesem zweiten Schaft eine Winzigkeit aufwändiger als der für die Primärbolzen: Hier müssen wir erst per Touchscreen die Nachladebewegung der Waffe nachahmen, bevor wir 'losbolzen' dürfen. 

 

Ebenfalls altbekannt ist die zweite Einsatzmöglichkeit des 'Augers': Abgesehen davon, dass dieses Bestiengewehr dank 'Auger-Vision' wie gewohnt durch sämtliche Hindernisse feuert und gedeckte Gegner als transparentes, leuchtendes 3D-Mesh sichtbar macht, baut es außerdem ein famoses Schutzschild auf, das uns vor feindlichem Sperrfeuer schützt. Um die schützende Energie-Barriere aufzubauen, streichen wir mit beiden Daumen von der Bildmitte nach außen, und SCHWUPPS, schon landet eine schmale Transferstation vor uns auf dem Boden, aus der ein Energieschild ausfährt.

 

Zugegeben: Über den exzessiven Einsatz des Touchscreens für die Bedienung der Zweitwaffen kann man sich streiten. Wir haben's als ausgesprochen angenehm und intuitiv empfunden – aber je nachdem in welcher Position wir gerade beim Zocken verharrten, hat sich die gleichzeitige Bedienung von Sticks, Schultertasten und berührungsempfindlichem Bildschirm mehr oder weniger handlich gestaltet. Unbestreitbar luxuriös ist dagegen die Bedienung des Ringmenüs für die Waffenauswahl: Zwar dürfen wir nach wie vor auf simplen Button-Druck (und ohne Einblendung des Menüs) zwischen den beiden Standardwaffen (darunter versteht das Spiel die beiden zuletzt exzessiv bemühten Blei- bzw. Energiepusten) wechseln, aber sobald wir den selben Knopf länger gedrückt halten, wird das altbekannte Ringmenü eingeblendet. Hier entscheiden wir uns entweder wie gehabt via Analog-Stick für Mordinstrumente wie Karabiner, Bullseye, Mule oder Auger – oder aber wir tippen die Projektilspritze unserer Wahl via Touchscreen vom Menü direkt in Rileys Griffel. 

 

Und wer sich jetzt fragt, WARUM der brave Feuerwehrmann eigentlich zur Waffe greift, dessen Neugier befriedigen wir gerne: Sony erzählt jetzt endlich die Vorgeschichte zum ersten Teil, lässt uns einige Monate vor Teil 1 (1951) hautnah miterleben, wie Chimera ihren ersten Angriff auf die westliche Hemisphäre unseres Planeten starten und das Militär ebenso wie die geschockten Bewohner der attackierten Metropolen völlig überrumpelt werden.

Oder wenigstens hat es so den Anschein: Hinter den Kulissen bereitet sich eine geheime Untergrund-Organisation schon länger auf die Ankunft der Chimären vor – und anscheinend hat der brave Feuerwehrmann mit den Herrschaften zu tun. Zumindest ist es anders kaum erklärbar, dass sich Riley vergleichsweise unbeeindruckt gibt, als er bei einem Feuerwehreinsatz zum ersten Mal (?) mit den Monstern konfrontiert wird: Am Ende eines eingestürzten Korridors findet Riley ein havariertes Alien-Schiff… und seine Insassen sind nicht weit! 

 

Danach überschlagen sich die Ereignisse: Kaum haben wir ein paar zünftige Feuergefechte hinter uns und die grundlegenden Kampfmechanismen verinnerlicht, finden wir uns auch schon inmitten eines weltumspannenden Konflikts wieder. Was anfangs so aussieht, als würden die Chimären nur einen ersten, zaghaften Vorstoß in unsere Welt wagen, entpuppt sich schon bald als erste Großoffensive: Die gewaltigen Mutterschiffe der ekligen Invasoren tauchen Straßenzüge und Häuser in Schatten, und aus ihren Rümpfen entlassen die riesenhaften Pötte kleine Landungsschiffe – vollgestopft mit bis an die Zähne bewaffneten, Reflex-geboosteten Monstrositäten… und nicht selten haben die Fieslinge noch einen kleinen Mech dabei, der den Verteidigern erst so richtig einheizt!

Dann ist unser Alter Ego manches Mal froh, dass er im äußersten Notfall auch ohne Wumme seinen Mann zu stehen weiß: Was ein echter Feuerwehrmann ist, der hat zu jeder Zeit seine treue Axt im Gepäck… und mit deren Hilfe lassen sich nicht nur morsche Türen, sondern auch Monsterschädel knacken… Wenn uns über zersplitterten Asphalt oder die kreuz und quer liegenden Trümmer der Brooklyn Bridge hechelnde, sabbernde und wild um sich ballernde Kreaturen entgegen hechten, um sich hinter uns über flüchtende Frauen und Kinder herzumachen, dann verstehen wir keinen Spaß: Dann gibt's mit dem grobem Hackebeil!

 

Aber so ganz allein ist Riley dann doch nicht: Immer wieder arbeitet der notorische Gutmensch an der Seite von Militärs – und schließlich darf er sogar kurz mit seiner Liebsten Händchen halten… kurz bevor sie mit dem gemeinsamen Söhnchen in den Tross der Flüchtenden und damit aus Rileys Blick verschwindet.

 

Ob der schießwütige Feuerwehrmann seine Familie wiederfindet und woher er die Bestien zu kennen scheint… das erfahren wir am 1. Juni: Dann steht "Burning Skies" in den Ladenregalen, um zu beweisen, dass die Vita Ego-Shooter kann wie kein anderer Handheld.

 

 

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