GC 2012: Messe der Absagen?

Vom 15. bis 19. August findet dieses Jahr die Gamescom in Köln statt – aber im Moment sieht es ganz danach aus, als würde es sich um keine Messe der Sensationen, sondern um eine Messe der Enttäuschungen handeln. Weder ist Nintendo vor Ort, um seine eigentlich für Ende des Jahres angekündigte "Wii U"-Konsole zu präsentieren noch werden Microsoft oder Sony neue Hardware präsentieren (zumindest nicht soweit man den Publisher-Aussagen und ihrem jeweiligen E3-Programm vertrauen darf). Der bisher weltweit drittgrößte Publisher von Spiele-Software – THQ – hat aufgrund seiner prekären Situation ebenfalls abgewunken. Heute ist noch eine Absage bekannt geworden: SEGA wird der Messe ebenfalls fern bleiben. IGM berichtet vom offiziellen Statement des Publishers: "SEGA hat beschlossen, dieses Jahr nicht an der gamescom teilzunehmen. Der Messesauftritt 2011 war für SEGA sehr erfolgreich und die Veranstaltung bleibt auch zukünftig der wichtigste Termin im europäischen Event-Kalender. Leider harmonieren die Release-Daten der 2012er AAA-Titel und unsere neuen Projekte nicht mit dem gamescom-Termin Mitte August. Dies bedeutet jedoch nicht, dass SEGA nie mehr an einer gamescom teilnehmen wird – es handelt sich vielmehr um eine rein wirtschaftliche Entscheidung für das Jahr 2012."

 

Ob der jüngst in die Plan-Insolvenz gegangene deutsche Publisher dtp ("Black Mirror") im Falle einer Geschäftsfortführung ebenfalls fern bleiben wird, ist uns noch nicht bekannt. 

 

Wir finden's schade… und auch ein bisschen besorgniserregend, aber unserem Terminplan tut's gut: Publishing-Monster wie Ubisoft, EA und Activision blocken – vorausgesetzt man will jedes Spiel sehen – bereits derart viele Slots (hier laufen im Halbstunden- oder Stundentakt die Präsentationen durch), dass man es kaum mehr schafft, pünktlich von einem Termin zum nächsten zu hecheln und zwischendurch mal (nach all zu viel Kaffee) eine Pinkelpause einzulegen. 

 

Schmeißt man all diese News und die "wirtschaftlichen Entscheidungen", aus denen sie resultieren, in einen Pott und vermischt man sie mit weiteren irritierenden Botschaften wie einer vermeintlichen EA-Übernahme durch Nexon (angeblich nur ein Gerücht, das aus Vertriebsgespräche zwischen EA und Nexon heraus entstand), zeichnet sich hier leider kein all zu schönes Gesamtbild – aber Tatsache ist, dass es Messeabsagen und Publisher bzw. Developer in Schieflage zu jeder Zeit gab. Darum glauben wir jetzt noch nicht an den Weltuntergang (das überlegen wir uns erst, wenn auch Microsoft, Sony und EA der Messe fernbleiben oder sich dazu entschließen, künftig lieber Toaster als Spiele respektive Konsolen zu verkaufen). 

 

Auf solche Szenen müssen wir bei der diesjährigen GC leider verzichten: SEGA kommt nicht, dementsprechend bleiben auch die "Colonial Marines" und Aliens daheim.
Auf solche Szenen müssen wir bei der diesjährigen GC leider verzichten: SEGA kommt nicht, dementsprechend bleiben auch die "Colonial Marines" und Aliens daheim.

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