38 Studios und Big Huge Games pleite

Neben Bethesdas überragendem "Skyrim" ging das eigentlich nur unwesentlich schwächere "Kingdoms of Amalur: Reckoning" leider ziemlich unter: Über drei Mio. Exemplare von seinem Action-RPG hätte der vom ehemaligen Baseball-Spieler Curt Schilling geführte Publisher 38 Studios absetzen müssen, um einer Zahlungsaufforderung des Staates Rhode Island nachzukommen. Letzter hatte dem Publisher zuvor einen satten 75-Mio-Dollar-Kredit gewährt, damit der sein MMO-Projekt "Copernicus" realisieren kann (bis heute unvollendet). Aber von den angepeilten drei Mio. "Kingdoms of Amalur" sind allem Anschein nach nicht mal ein Drittel an den Mann gebracht worden: In den USA konnte man laut Gamasutra.com gerade mal 300.000 verkaufte Exemplare über einen Monat nach Veröffentlichung verbuchen – im Vergleich zu "Skyrim", von dem Bethesda im selben Zeitraum über zehn Mio. Einheiten los geworden ist, das reinste Trauerspielt also. Die Folge: Man kann den Kredit nicht weiter tilgen und schlitterte geradewegs in die Zahlungsunfähigkeit. Tatsächlich sollen mehrere Mitarbeiter des Unternehmens schon seit einiger Zeit kein Gehalt mehr bezogen haben.

 

Aber woran lag's, dass "Amalur" derart geflopt ist? An der übermächtigen Bethesda-Konkurrenz? Am für Marketing und Vertrieb zuständigen "Partners"-Publishing-Programm von EA, das immer wieder mal dafür kritisiert wird, dass man die ins Programm eingegliederten Publishing- und Software-Häuser hängen ließe? Oder haben Entwickler Big Huge und 38 Studios schlicht nicht den Geschmack der Spieler getroffen? Oder hat man einfach Publisher-seitig unrealistische Erwartungen in eine unbekannte Marke gesteckt und zu viel Geld bei Projekt "Copernicus" verbrannt? 

Wir jedenfalls hatten mit der feinsinnig bis ironisch erzählten Geschichte, die gängige Erzähl-Klischees so süffisant torpedierte, einen Heidenspaß – ein Umstand, der nicht zuletzt der durch Comic/Figuren-Guru Todd McFarlane inszenierten, herrlich märchenhafte Fantasy-Kulisse, wunderbar grotesken Monstern und einem nicht enden wollenden Nachschub an Side- und Sub-Quests zu verdanken war. Ergo: Wer's immer noch nicht gespielt hat, sollte unbedingt zuschlagen.

 

Ein Nachfolger war Gerüchten zufolge bereits in der Entwicklungs-Pipeline, wird es jetzt aber nicht mehr zur Fertigstellung schaffen: 38 Studios hat alle Angestellten im eigenen Büro und in dem von Entwickler Big Huge an die frische Luft gesetzt – damit haben 379 Personen ihren Job verloren. 

 

Uns tut's mächtig leid – vor allem um den geplanten Nachfolger, denn auf den hatten wir uns schon mächtig gefreut. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Rolf (Donnerstag, 31 Mai 2012 08:34)

    Ich habe "Kingdoms of Amalur: Reckoning" noch nicht gespielt. Es steht aber schon seit einiger Zeit auf meinem Wunschzettel.

    Zur Zeit habe ich reichlich Spiele, die ich zocken kann. Ein Kauf von "Kingdoms of Amalur: Reckoning" ist bei mir also nicht so eilig. Vielleicht geht es anderen Spielern ähnlich. Man kann halt nicht alles daddeln, was auf den Markt kommt.

    Was mich auch noch etwas gestört hat, ist der etwas sperrige Titel "Kingdoms of Amalur: Reckoning". Vielleicht wäre ein kürzerer knackiger Titel besser gekommen.

    Hatte der "elektrospieler" einen Artikel zu dem Game? Welche Ausgabe?

  • #2

    maer (Mittwoch, 26 September 2012 15:16)

    Kingdoms of Amalaur ist einfach fantastisch!
    Für mich das Rollenspiel 2012 ... schade das es den Durchbruch nicht geschafft hat...
    Für alle die Dragon Age 2 gern gespielt haben - holt es euch... denn es ist besser!