NEWS: THQ meldet Insolvenz an

Kurze Präsidentschaft? Naughty-Dog-Mitgründer Jason Rubin hat erst vor kurzem für Danny Bilson übernommen.
Kurze Präsidentschaft? Naughty-Dog-Mitgründer Jason Rubin hat erst vor kurzem für Danny Bilson übernommen.

Einst gehörte THQ ("Darksiders") zu den größten Publishern der westlichen Spiele-Hemisphäre, doch bereits seit Februar 2012 ist das Unternehmen stark in Schieflage geraten – und zwar über 92 Mio. Dollar schief. Schuld sind angeblich die geflopten PS3- bzw. Xbox-360-Versionen des konsolischen Zeichen-Tablets "uDraw" und chronisches Miss-Management. Zur Rettung des Konzerns wurden u.a. 240 Mitarbeiter entlassen – darunter auch der ehemalige "Vice President of Core Games" Danny Bilson, der seinen Stuhl für Naughty-Dog-Mitgründer Jason Rubin räumen musste. 

 

Obwohl es zu Rubins zentralen Aufgaben gehören sollte, das Qualitäts-Niveau des ursprünglich für seinen Lizenz-Ramsch bekannten Publishers spürbar anzuheben, könnte dieser Aufgabenbereich bald obsolet werden: Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat der Publisher bereits am 20. Dezember vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Obwohl man darauf hofft, die komplette Firma (inklusive aller Marken) für 60 Mio. Dollar im Rahmen einer Auktion an die Investment-Firma "Clearlake Capital" versteigern zu können, ist auch eine stückweise Veräußerung des Unternehmens denkbar. So hat z.B. bereits Ubisoft Interesse an den prominenteren Brands des Herstellers geäußert, darunter vor allem "Darksiders" (von dem streng genommen noch immer zwei Episoden ausstehen) und "Saints Row".  

 

Obwohl THQ massive Probleme hatte, kommt der Insolvenzgang überraschend: In den letzten Monaten schien sich das Unternehmen dank solider "Darksiders 2"-Verkäufe, erfolgreicher Charity-Spiele-Pakete und eines zumindest dezent gestiegenen Börsenkurses wieder halbwegs gefangen zu haben. Doch den Gnadenstoß dürfte ihm ein gewaltiger Verbindlichkeiten-Berg gegenüber der WWE versetzt haben: Angeblich schuldet THQ der amerikanischen Wrestling-Liga satte 45 Mio. Dollar Lizenzgebühr.

 

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