XBLA: State of Decay

 

Zombie-Survival meets Open World: Das XBLA-exkusive "State of Decay" (ehemals "Class 3") lässt uns von einer befestigten Basis aus (mit Stacheldraht, Bierkästenturm und ähnlichen Behelfsutensilien) die hungrige Zombiemeute zurückschlagen. Gehen uns Ressourcen wie Munition, Wasser oder Medikamente aus, wagen wir uns entweder zu Fuß oder per Auto in den Ort, um dort Wohnhäuser oder Supermärkte zu plündern. Doch Obacht: Die Untoten haben ein feines Gehör – Geschepper, Geballere und Motorenlärm ruft sofort eine oder mehrere Meuten auf den Plan, denen wir dann mit wuchtigen Stock- bzw. Axthieben oder ein paar Salven aus Gewehr, Schrotflinte & Co. einheizen. Heikel wird's, wenn die Schlurfer von allen Seiten kommen – dann ist gut beraten, wer von ein paar KI-Kollegen Rückendeckung bekommt. Zum Glück sind wir nicht auf den kleinen Haufen Anti-Zombie-Kämpfer beschränkt, mit dem wir das Spiel beginnen: Häuser mit anderen Überlebenden sind auf der Karte markiert und wollen vom verwesten Belagerungszustand befreit werden. Einmal von den Infizierten gerettet, zeigen sich die Befreiten erkenntlich, indem sie Waren mit uns tauschen oder sich unserer bunten Truppe anschließen.

 

Obwohl nicht jede neue Figur spielbar ist, dürfen wir vor Beginn eines 'Raubzugs' oder einer neuen Story-Etappe von einem Spielercharakter an den nächsten übergeben – je nachdem welche Fertigkeiten oder Gegenstände wir für nützlich halten. 

Obwohl "State of Decay" ein Singleplayer-Scharmützel ist, merkt man ihm deutlich an, dass es sich in erster Linie um einen 'Feldtest' für das nächste Spiel des Entwicklers handelt: "Class 4" soll ein Mensch-gegen-Zombie-MMO werden und auf verwandte Spielmechanismen setzen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler ihre auf Basis der CryEngine 3 erstellten Assets bis dahin gründlich überarbeiten, denn aktuell krankt das an sich launige Gemetzel unter katastrophal kruder Grafik und garstigen Bugs, bei denen unbeholfenes Gestolper und Geprügel durch verschlossene Türen hindurch noch zu den angenehmeren Schnitzern gehören. Nur wer über eine hohe Frusttoleranz verfügt, entdeckt unter all den Bugs und der grob gepixelten Hässlichkeit ein überrachend anspruchsvolles Survival-Abenteuer, mit dem vor allem Freunde zombifizierter Trash-Movies ihren Spaß haben. Wer allerdings nach einer finsteren Stimmungsbombe für durchgruselte Nächte sucht, ist hier falsch.

 

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