Verwandlungskünstlerin: "AC Liberation" will's als HD-Neuauflage noch mal wissen. Wir auch. Hier der Vergleichstest.

Obwohl die Xbox-360- und PS3-Neuauflage von "Liberation" deutlich schmucker aussieht als auf der PS Vita, kann sie nicht mit der Detailstufe von "großen" Serien-Titeln wie "AC 3" oder "AC 4: Black Flag" konkurrieren.


 

 

Schon über ein Jahr, bevor Edward Kenways schwarzer Quartiermeister Adewale zum "AC4"-AddOn "Schrei nach Freiheit" aufbrach, wurde das Thema Rassismus in einem "Assassin's Creed" reflektiert: In "Assassin's Creed 3: Liberation" springt und meuchelt die farbige Assassinen-Braut Aveline de Grandpré durch das Louisiana des späten 18. Jahrhunderts.

Weil der Titel zunächst nur für Sonys mäßig erfolgreichen Handheld PS Vita erschien, waren die Verkaufszahlen des an sich interessante Assassinen-Ablegers entsprechend niedrig. Eine visuell dezent aufgebohrte Version für Xbox 360, PS3 und PC soll jetzt mit diesem Missstand aufräumen: Als "Assassin's Creed Liberation HD" geht Avelines Abenteuer erneut an den Start. Obwohl Ubisoft den Titel ordentlich an die höheren Auflösungen angepasst, um einige schmucke Partikel-Effekte ergänzt und ihn sogar mit neu komponierten Musikstück veredelt hat, macht er gegen das pompöse "AC4: Black Flag" naturgemäß keinen Stich – man merkt ihm die Handheld-Herkunft und das entsprechend niedrigere Produktions-Budget überdeutlich an. So sind die meisten Schauplätze vergleichsweise klein und detailärmer, die Straßen auffällig leer, die Geschichten schlicht erzählt, und auch sonst wirkt "Liberation" wie die Spar-Version eines 'echten' "Assassin's Creed". Auf dem Handheld-Screen ist das kaum unangenehm aufgefallen, doch auf dem TV-Schirm muss es sich den Vergleich mit den Schwergewichtern der Serie gefallen lassen.

 

Dass "Liberation" trotzdem Spaß macht, ist einem exklusiven Feature zu verdanken, das die "Heimlich, still und leise"-Doktrin des Meuchler-Ordens glaubwürdiger erscheinen lässt: Anders als jeder andere Assassine darf Aveline in zuvor renovierte Garderoben und dort in eines von drei unterschiedlichen Kostümen schlüpfen. Als reiche Dame kann sie sich selbst in Sperrgebieten weitgehend unbehelligt bewegen, indem sie Wachen besticht oder becirct. Dafür eignen sich die weiten Röcke nicht zum Klettern, auch beim Kämpfen sind sie hinderlich. Etwas agiler ist Aveline im schlichteren Sklavenkostüm, mit dessen Hilfe sie außerdem auf Plantagen zwischen den Arbeitern untertauchen darf. In den Genuss aller Meuchel- und Kletter-Fertigkeiten kommt sie erst in der Assassinen-Kluft, allerdings ist die Profikiller-Uniform den Gesetzeshütern ein Dorn im Auge.

 

Für ausgesprochene Serien-Freunde ohne Vita ist das rund 20 Euro günstige "Liberation HD" eine willkommene Ergänzung der Sammlung, doch nach dem großartigen "AC4" hat es mit seinen reduzierten Mechanismen und der teils klobigen Grafik einen etwas schweren Stand. Wer eine vollwertige Episode erwartet, wird enttäuscht. (7 von 10)

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