Kritik: Plants vs. Zombies – Garden Warfare


 

Mit seinem putzigern Tower-Defense-Spielchen "Plants vs. Zombies" ("Pflanzen gegen Zombies") hat der in Seattle ansässige Entwickler PopCap 2008 einen der größten Erfolge der 'Generation Touchscreen' gelandet – so groß, dass man 2011 für stattliche 650 Mio. Dollar von EA geschluckt wurde (örps). Kaum verwunderlich, dass man die Marke jetzt in ein Genre-übergreifendes Franchise verwandeln will: So handelt das Xbox-360- und Xbox-One-exklusive "Garden Warfare" zwar nach wie vor vom gnadenlosen Gefecht zwischen lebendigen Pflanzen und ulkigen Untoten, doch inzwischen ist der Kampf Gemüse gegen… nun ja… Gehirn-Gemüse in einen lupenreinen Multiplayer-Shooter verwandelt worden. In Modi wie 'Türmatte' (zur Übung), 'Team-Sieg' (Wer erledigt als erster 50 Gegner?) sowie 'Gärten und Friedhöfe' (fix alle Gärten in der Pflanzen in Friedhöfe verwandeln) liefern sich beide Fronten entweder so lange erbitterte Schlachten, bis die Sieges-Parameter erfüllt sind oder man den Garten der Pflänzlein erfolgreich verteidigt bzw. dem Erdboden gleich gemacht hat. Wer sich auf den Graben… äh… Gartenkampf einlässt, der stürzt sich dabei entweder in ein bestehendes Match oder erstellt selber eines. In letzterem Falle darf er sich Hilfe von außen holen, Freunde einladen oder aber für eine intime Ballerei entscheiden – ganz alleine gegen die Konsolen-KI. Die ideale Entscheidung übrigens, wenn man sich erstmal mit den Spiel-Mechanismen und unterschiedlichen Charakter-Fähigkeiten bekannt machen will. 

 

 

Wer sich z.B. auf die Seite Zombies schlägt, der hat die Wahl, ob er sich entweder als gemeiner Infanterist mit Raketenrucksack ins Getümmel stürzt, den durchgeknallten Wissenschaftler gibt, als stämmiger Handwerker schweres Geschütz stemmt oder als 'All-Star-Zombie' in einer Football-Uniform nach vorne stürmt. Auf Seiten der Gartenbewohner wiederum legen wir als 'schnutige' Erbsenkanone, als gefräßiger 'Schnapper', die Kerne-verschießende Sonnenblume oder trötennasiger Kaktus los. 

 

Jeder Charakter stürzt sich dabei mit einer von drei Spezial-Fertigkeiten in den Schrebergarten- und Vorstadt-Konflikt – die beiden anderen Skills wollen erst durch eifriges Metzeln erstritten werden. So kann der Zombie-Wissenschaftler anfangs – abgesehen von seiner Standardwaffe – lediglich hin und her teleportieren, um z.B. feindlichen Attacken im letzten Moment zu entgehen. Überlebt er dagegen ein paar Partien, ohne sich dabei all zu doof anzustellen, dann kommen recht fix zwei andere Talente dazu: Jetzt darf er außerdem Sprenkler aufstellen, die seine Lebensenergie bzw. die der umstehenden Kameraden auffrischen und Haftbomben auf dem Schlachtfeld verteilen. Das funktioniert natürlich auch für seine Kollegen und die Gegenseite: Eine voll 'gereifte' Sonnenblume z.B. verballert nicht nur Lichtstrahlen – sie darf auch noch ihre Kollegen aktiv heilen oder einen kleinen Schößling pflanzen, der für eine Welt Health-Ups 'versprenkelt'.

 

Mit derlei Fähigkeiten und gerade mal fünf unterschiedlichen Schlachtfeldern kann "Garden Warfare" zwar nicht gegen die ganz großen Gewächse im Mulitplayer-Garten anstänkern – aber vor allem für Gelegenheits-Mehrspieler und schießwütige Casualisten ist die angenehm unkomplizierte und unbürokratische Ballerei das perfekte Miteinander-Erlebnis. Auch visuell reißt das Comic-Scharmützel keine Bäume aus (die Xbox-360-Version tut's im Zweifelsfall auch), doch sympathisch ist das bunte Gewusel allemal.  (Wertung: 7.5 von 10)

 


ab sofort für Xbox One & Xbox 360 • Popcap / EA • für Einsteiger und Forgeschrittene • zwei bis 24 (vs.) bzw. zwei bis vier (Coop) Spieler


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