Kritik: Invizimals – Das verlorene Königreich


 

Obwohl Sony von insgesamt drei "Invizimals"-Episoden für die PSP (der erste Teil erschien 2009, der letzte 2011) weltweit nur knapp über eine Mio. Stück verkauft hat, hält man hartnäckig an der Serie fest: Mit "Das verlorene Königreich" erscheint der erste PS3-Ableger der "Pokémon"-verwandten Monster-Sammelei – und das fast zeitgleich mit der PS-Vita-Episode "Das Bündnis". Während dieser Vita-Ableger die drolligen 3D-Kreaturen mit Hilfe der Handheld-Kamera wie gewohnt in unsere alltägliche Umgebung 'beamt' ('Augmented Reality' bzw. 'Veränderte Realität), ist das PS3-Spiel ein kindliches Action-Adventure: Nachdem der Teenie-Held Hiro (wie in den PSP-Vorgängern anfangs ein Schauspieler) einen geheimnisvollen Kristall erobert hat, darf er zum ersten Mal die Welt der Invizimals betreten. Doch in dem Moment, in dem er über die Schwelle des Weltenportals tritt, ist er den Naturgesetzen der Monster-Dimension unterworfen: Aus dem Schauspieler wird ein polygonales Comic-Kid.

 

Das erlebt ab sofort rudimentäre Adventure-Abenteuer: Wer sich Hiro in der bunten 3D-Welt aus Felsen und Dschungelgewächsen in den Welt stellt, der wird mit Schlägen, Tritten und Spezialmanövern niedergemacht – denn die meiste Zeit über ist der Held selber als Invizimal unterwegs. Je mehr der puppigen bis toonigen Widersacher er im Zweikampf bezwingt, desto mehr Verwandlungsformen stehen ihm nämlich zur Verfügung – und die machen aus dem Teenager ein kraftstrotzendes Kampf-Urviech. Mal teilt er als Raubkatzen-artiger Ocelotl Krallenhiebe aus, dann geht als Stier-ähnlicher Heißsporn buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand. Je nachdem wie beweglich sein monströses Alter Ego ist, darf er außerdem akrobatische Kunststückchen ausführen – z.B. in schwindelerregender Höhe an Farn-Gewächsen Felswände erklimmen, an Stangen über Abgründe schwingen oder mit einem Wurfseil an schwebenden Ankerpunkten festmachen, um noch weitere Schluchten zu überqueren. Für kritische Balanceakte muss man kurzzeitig wieder die Form des jungen Hiro annehmen: Nur so ist der Held klein und leicht genug, um über Stege, Baumstämme oder Felssimse zu kraxeln.

 

 

Leider hat man als Spieler kaum Einfluss darauf, wann oder wo man welche Form annimmt: Ein paar fliegende Funken vor einer besonderen Herausforderung weisen darauf hin, dass eine Mutation fällig wird – welche, das wird allerdings vom Programm bestimmt.

 

Auch sonst bietet das "Verlorene Königreich" nur wenige Bewegungsspielraum: Hier ein paar Roboter oder Monster verdreschen, da ein bisschen geradliniges Gekraxel, gelegentlich ein paar Energiekugeln einsammeln – fertig ist das Adventure-Spiel aus der Kiddy-Retorte. Das an sich wäre noch keine Schande, denn immerhin ist die monströse Sammel-Action halbwegs herzig inszeniert, doch die bockige Kameraführung erweist sich als echtes Problem: Leider ist der Blickwinkel zu jeder Zeit fest vorgegeben, und nicht selten verheddert sich die Kamera oder blockieren Objekte die Sicht. Für den monstermäßig engagierten Nachwuchs ist das 30 Euro günstige PS3-"Invizimals" u.U. trotzdem ein hübsches Geschenk, denn die Vernetzungs-Optionen mit dem kleinen Vita-Bruder machen Laune: Wer außerdem die Kleinst-Konsole und "Das Bündnis" besitzt, der kann in speziellen Arenen gegen die PS3-Invizimals antreten oder die per 'Augmented Reality' gesammelten Tierchen hin und her tauschen. (6 von 10)

 


erhältlich für PS3 • ca. 30 Euro • Multiplayer: zwei Spieler • für Einsteiger • ab 6 Jahren


WERTUNGEN: 1.0, 1.5, 2.0 = ungenügend • 2.5, 3.0, 3.5 = mangelhaft • 4.0, 4.5, 5.0 = ausreichend • 5.5, 6.0, 6.5 = befriedigend • 7.0, 7.5, 8.0 = gut • 8.5, 9.0, 9.5 = sehr gut •

10 = legendär

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