NEWS • Spiele-Publisher auf dem Einkaufstrip – das verheißt oft nichts Gutes, denn allzu oft wird das zunächst teuer zugekaufte "Asset" (also ein Studio oder anderer, kleinerer Publisher) später vor die Wand gefahren, weiterverkauft oder – schlimmstenfalls – gleich komplett abgewickelt und abgeschrieben. Jüngstes Opfer dieser Verfahrensweise ist das 2006 von ehemaligen Mitarbeitern der Retro-Studios ("Metroid Prime") gegründete Studio Bluepoint Games, das sich bereits vor seiner Übernahme durch Sony im Jahr 2021 auf die Portierung und Überarbeitung von Spiele-Klassikern spezialisiert hat – darunter die "God of War Collection", "Uncharted: The Nathan Drake Collection", ein PS4-Remaster von "Shadow of the Colossus" sowie eine besonders schicke Neuauflage des "Soulsborne"-Vorläufers "Demon's Souls", der im Original eine Teamarbeit von From und Sonys (inzwischen ebenfalls geschlossenem) Japan-Studio war.
Wer sich nun fragt, was Bluepoint seitdem gemacht hat: Wie viele Sony-eigene Teams war man mit der Ausarbeitung eines Online- und Service-Games beschäftigt, dessen Entwicklung später gestoppt wurde – und damit zu den Altlasten des inzwischen (glücklicherweise) abgedankten PlayStation-Chefs Jim Ryan gehören dürfte. Umso unfairer erscheint es, dass die eigentlich auf Single-Player-Titel spezialisierte, rund 70 Entwicklungs-Profis zählende Mannschaft jetzt arbeitslos wird und sich damit zu Sonys stetig größer werdendem Pulk von durch Fehlplanung gescheiterten Schließungs-Opfern gesellt. Eine denkbar unsympathische Praxis, die von Sonys Studio-Boss Hermen Hulst mit Standard-Phrasen wie "zunehmend herausforderndes Umfeld", "langsameres Wachstum", "schwächere Konjunktur", und "steigende Entwicklungskosten" verteidigt wird, während er das Bluepoint-Team gleichzeitig als "unglaublich talentiert" bezeichnet.
Vielleicht hätte man das "unglaublich talentierte" Team dann lieber auf vernünftigen Singleplayer-Content als auf ein "God of War"-Multiplayer-Spiel ansetzen sollen, nach dem keiner je gefragt hat. Aber hey, wir reden immerhin von einer Branche, in der immer öfter "unglaublich talentierte" Leute die Fehlentscheidungen von unglaublich inkompetenten CEOs ausbaden müssen.









