Victor Vran

Springen, abrollen, zuschlagen: "Victor Vran" von "Tropico"-Macher Haemimont Games und Hersteller EuroVideo beschert PC-Spielern ein hochdynamisches Action-RPG, das auf Konsolen-Feeling setzt und am liebsten mit Joypad erlebt werden will.


PC

von Haemimont und EuroVideo

ab 12 Jahren

für Fortgeschrittene und Profis

für ein bis vier Spieler (im Online-Koop)


im Handel

ca. 20 Euro

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Auf Distanz oder aus nächster Nähe? "Victor Vran" setzt auf das häufige Wechselspiel aus Nah- und Fernkampfwaffen. Dafür verfügt der Held über zwei Waffen-Slots, zwischen denen er auf Knopfdruck hin und her wechseln kann. 



Victor ist ein Monsterjäger aus echtem Schrot und Korn: Untoten wird gegen klingende Münze die skelettierte Kauleiste zerbröselt, Geistern das Spuk-Licht ausgepustet und Zombies der Schädel vom Rumpf geblasen. Kurzum: Die Geschäfte laufen gut – denn wann immer jemand einen Kammerjäger fürs Übernnatürliche brauchte, ist der Mann mit dem Schlapphut zur Stelle. Bis eines Tages Victors bester Freund spurlos verschwindet und ihn die Suche nach dem Waffenbruder ins Königreich Zagoraviam führt. Das wird von Monstrositäten aller Art nur so belagert: Während die Königin und ihr überlebender Führungsstab im Palast eine Art Krisen-Regierung gebildet haben, schwärmen die angeheuerten Jäber in alle Richtungen aus, um den Unholden den Garaus zu machen. Problem: Kaum einer kommt zurück. Darum soll es jetzt Viktor Vran richten – natürlich im Austausch gegen Informationen über den Verbleib seines Kameraden.



Gesagt, getan: Der Monsterhäscher durchforstet finstere Wälder, unterirdische Grabmäler, Friedhöfe und Parkanlagen, um dem Ursprung der Monster-Seuche auf den kariösen Reißzahn zu fühlen. Dabei ist der Jäger mit ebenso viel brachialer Gewalt wie kämpferischer Finesse zu Werke: Eine Kombination aus Schwertern, Kriegshämmern, Sensen und archaischen Zunderbüchsen verführt zu einem Kampfstil, der zwischen wagemutigen Nahkampfmanövern und vorsichtiger Distanzarbeit verführt. Zumal das auf Action getrimmte Manöver-Repertoire mit Genre-unüblichen Tricks wie Sprüngen und Ausweichrollen aufwartet: Mit deren Hilfe bringt sich der Kämpfer rasch in Sicherheit, wenn Riesenspinnen Stampfattacken ausführen oder höhere Geister ihre verheerende Macht entfesseln.
Damit erinnert das bislang PC-exklusive "Victor Vran" frappierend an die Konsolen-Versionen von "Diablo 3" oder "Dungeon Siege 3". Entsprechend nahe liegt da die Benutzung eines Joypads – mit dem machen die angenehm flotten Gefechte gegen die bestialische Horde gleich noch mal so viel Spaß.



Einzige Ausnahme: Das Objekt- und Fähigkeiten-Menü hat man zwar ebenfalls auf Konsolen-Feeling gedroschen, doch das Ergebnis ist mitunter so konfus geraten, dass die Bedienung per Mausklick zumindest hier jede Menge Nerven schont. Das Spielsystem selber ist aber denkbar einfach: Bei jedem Stufenaufstieg darf man sich zwischen mehreren Gegenständen für einen entscheiden – selbst neue Fähigkeiten werden dabei in Form von Objekten (Schicksalskarten) vergeben.

Wer ein Hack'n'Slay sucht, das eher auf dynamisches Action-Feeling und Joypad-Mechanismen als auf präzisen Akkord-Klick setzt, der bekommt mit "Victor Vran" einen ausgesprochen launigen Genre-Vertreter der "Diablo"-Subgattung. Der hätte zwar hier und da einen Tick hübscher ausfallen dürfen, doch bei schmalen 20 Euro ist das ein verschmerzbares Defizit.



8.0

gut

Grafik: befriedigend

Sound: gut

Steuerung: sehr gut

Spielspaß: gut



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