Gruselspiel "Devotion" fliegt wegen Kritik an chinesischer Regierung von Steam und Social-Media-Portalen


 

Dass politische Meinungsfreiheit in China nicht gerade groß geschrieben wird, das ist bekannt, aber das wahre Ausmaß dieser Entwicklung lässt sich am Beispiel des Horror-Spiels "Devotion" erahnen: Weil das Grusel-Abenteuer des in Taiwan ansässigen Indie-Studios Red Candle Games auf die politischen Spannungen zwischen Taiwan und China anspielt, sah sich das Produkt zusehends Anfeindungen durch chinesische Spieler ausgesetzt. Außerdem haben die Entwickler den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping mit Disneys Trickfilmfigur "Winnie the Pooh" verglichen und ihm Angriffe auf Kinder vorgeworfen.

Die scheinbar wenig schmeichelhafte Kritik an der chinesischen Regierung hatte Folgen: Gamer aus der Volksrepublik waren wegen der Anspielungen gleich so erbost, dass sie das Produkt unabhängig von seiner tatsächlichen Qualität mit extrem schlechten Wertungen abstraften. Außerdem wurden die Nutzer-Konten des Studios auf Weibo (dem chinesischen Pendant zu Facebook) sowie vergleichbaren Portalen kurzerhand gelöscht. Selbst im Westen kann man "Devotion" nicht mehr auf Steam finden und ist mittlerweile sogar "Detention" - das erste Spiel des Entwicklers - ins Fadenkreuz geraten.

Ob "Devotion" bald neu veröffentlicht wird und bis dahin unter Umständen Änderungen erfährt, ist unbekannt.