Kritik: Diablo 3 – Ultimate Evil Edition

Ultimativer, böser und vor allem viel, viel 'reapiger': Die "Ultimate Evil Edition" von "Diablo 3: Reaper of Souls" macht das beste Action-Rollenspiel größer, gemeiner, schöner und vor allem Next-Gen-fit. Doch auch Xbox-360- und PS3-Besitzer kommen wieder auf ihre Kosten.


 

Spiele-Titel können mitunter verwirrend sein: "Diablo 3", "Reaper of Souls"… und beides zusammen in einem Buchstabentopf ist jetzt auch noch EXTRA böse. Hä? Keine Panik, wir klären den letterigen Salat auf: Hinter der "Ultimate Evil Edition" von Blizzards Hack'n'Slay-Rollenspiel verbirgt sich schlicht das Konsolen-Kombi-Paket aus dem Basisspiel ("Diablo 3") und dem bisher PC-exklusiven Add-On "Reaper of Souls". Das wiederum bietet als einziges die Chance, das fünfte und abschließende Kapitel der Fantasy-Story, außerdem bringt es die Charakterklasse des 'Kreuzritters' mit. Der ist nicht weniger als der bisher mächtigste Held im "Diablo 3"-Kosmos: Mit mächtig heiligen Nahkampf-Specials, wuchtigen Schild-Attacken und einem augesprochenen Faible für stumpfe Hiebwaffen richtet der Streiter für Recht und Ordnung verheerenden Schaden unter den zombifizierten bis dämonischen Feinden an – und ist damit gerade Konsolen-seitig erste Spielerwahl. Der Grund: Nahkämpfe profitieren ganz besonders von der direkten Joypad-Steuerung, weil sie präziser und vor allem dynamischer ist als die Mausklick-Orgie des PC-Originals. Letzteres wiederum eignet sich einen Tick besser für den Projektil- bzw. Zauber-Beschuss durch die Dämonejägerin und ihre magisch versierten Kollegen. Anders als beim PC beherrscht außerdem jeder Konsolen-Held eine flotte Ausweichrolle, mit der er sich fix aus dem Getümmel flüchten kann. Durch diese Maßnahme wollte man wohl die Tatsache kompensieren, dass es sich bei "Diablo 3" ohne Maus einen Tick unpräziser kämpft.

 


 

Besonders interessant sind naturgemäß die Versionen für PS4 bzw. Xbox One, denn beide Next-Gen-Systeme bekommen damit jetzt ihre bisher erste "Diablo 3"-Fassung: Auf der PS4 kommt das brachiale Action-RPG von Haus aus mit Full-HD-Auflösung, Xbox-One-Besitzer kommen nach Download des entsprechenden Patches ebenfalls in den Genuss von 1080p. Einzige Qualitäts-Einschränkung für Box'ler: Die im Stil von Buch-Illustrationen gerenderten Zwischensequenzen sind auf der Microsoft-Hardware aus unerfindlichen Gründen genauso verpixelt wie bei der Xbox 360, auf der PS4 dagegen gestochen scharf und Artefakt-frei. Ansonsten schenken sich die Next-Gen-Fassungen aber nichts: Visuell entsprechen beide der höchsten Performance-Stufe des PC-Originals, außerdem scrollt die detailreich gezeichnete Fantasy-Welt butterweich am Spieler vorüber, während er mit der wunderbar intuitiver Steuerung monströse Heerscharen verdrischt, flambiert, aufspießt, zerbröselt und schockfrostet. Das Suchtpotential ist dabei gewohnt hoch – zumal der Titel in Kombination mit "Reaper of Souls" die neuen 'Paragon'-Stufen mitbringt, mit denen sich der Charakter auch jenseits des Höchst-Levels weiter verbessern kann. Wer "Diablo 3" bereits vor einigen Monaten für Xbox 360 bzw. PS3 gekauft hat, der wird sich ohne Frage darüber ärgern, dass er den kompletten Titel noch einmal in den Sack packen muss, doch immerhin kann er seine Erfahrungsstufen in die neue Version importieren. Das funktioniert übrigens Generationen- und Plattform-übergreifend: Einfach PSN- bzw. XBLA-Konto mit Blizzards Battlenet verknüpfen, dann kann z.B. ein alter Xbox-360-Spielstand auf die neue Version oder alle andere Konsolen exportiert werden. Z.B. auf Xbox One oder sogar PS4! Einzige Einschränkung: Mit PC bzw. Mac verstehen sich die Konsolen-Saves nicht. Ansonsten kann jeder mit jedem.

 

 

Ebenfalls wichtig: Mit "Reaper of Souls" wird "Diablo 3" deutlicher härter – also nicht wundern, wenn der alte Held in der selben Situation plötzlich nicht mehr gar so kräftig zuschlägt! Doch wer diesen kleinen 'Rückschlag' verschmerzen kann, der bekommt gerade mit der Next-Gen-Fassung der bitterbösen "Ultimate Evil Edition" von "Diablo 3" eine dermaßen signifikante Qualitätssteigerung, dass sich selbst ein Neukauf locker lohnt.

 

(9.5 von 10 / "sehr gut")

 

 


Blizzard • ab sofort für PS4, Xbox One, PS3, Xbox 360 • ca. 40 Euro (PS3, Xbox 360) bzw. 65 Euro (PS4, Xbox One) • ab 16 Jahren • für Fortgeschrittene und Profis


WERTUNGEN: 1.0, 1.5, 2.0 = ungenügend • 2.5, 3.0, 3.5 = mangelhaft • 4.0, 4.5, 5.0 = ausreichend • 5.5, 6.0, 6.5 = befriedigend • 7.0, 7.5, 8.0 = gut • 8.5, 9.0, 9.5 = sehr gut

10 = legendär

 

 

 

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