Mehr Grafik Power, mehr Konnektivität: Windows 10 kommt

Direkte Kommunikation bzw. Matches mit Konsolen-Spielern und mehr Grafik-Power dank "DirectX 12": Microsoft hat "Windows 10" präsentiert und dabei mit reichlich neckischen Features für Gamer gelockt. 

 

 

OBEN: Win 10 setzt verstärkt auf Vernetzung, mit Tablets und Xbox-Konsolen.

LINKS: In Games wie "Fable Legends" können PC- und Xbox-Spieler bald zusammen antreten.



Journalisten auf Microsofts Consumer-Preview-Event durften am 22. Januar schon bestaunen, womit sich User Ende des Jahres anfreunden sollten: Dann veröffentlicht der Konzern nämlich "Windows 10" – und das dürfte gerade Gamern wesentlich besser gefallen als das ungeliebte "Windows 8". Microsofts Gaming-Boss Phil Spencer höchstpersönlich hat durch die Präsentation geführt und dabei neben allerlei Networking-Features vor allem die "DirectX 12"-Unterstützung des neuen Betriebssystems unterstrichen. So illustrierte er mit Hilf einer Demo die grafische Kompetenz der Schnittstelle: Der Flug durch eine sich über Boden und Himmel der Landschaft erstreckende Mega-City kam unter "DirectX 11" schnell ins Ruckeln und schließlich ganz zum Erliegen. Mit Unterstützung durch den Nachfolger dagegen scrollte und zoomte der Schauplatz butterweich – und das laut Spencer auf Systemen mit identischer Konfiguration. Ermöglicht wird dieses Kunststück laut dem Manager, indem "DirectX 12" den Entwicklern direktere Kontrolle darüber erlaubt, welche Operationen sie von der CPU und welche von der GPU berechnen lassen. Gerade CPU-fokussierte Titel sollen auf diese Weise mit 50 Prozent mehr Performance kalkulieren können. Bei Epic habe man die aktuelle Version der "Unreal Engine" bereits auf "DirectX 12" zugeschnitten, auch die gerade bei Indie-Entwicklern populäre "Unity Engine" unterstützt die Schnittstelle. 

Selbst Windows-Tablets sollen bald davon profitieren: Hier will man mit "DirectX 12" dafür sorgen, dass sich die Akku-Laufzeit im Spielbetrieb um bis zu 50 Prozent verlängert. Ob das Spielern dominante "Windows 7" ebenfalls "DirectX 12"-Unterstützung erfährt, wurde nicht verraten – allerdings rechnet kaum jemand ernsthaft damit. 

Weitere "Win 10"-Features dürften vor allem Network-affine Gamer interessieren: Bald können Spieler mit der "Xbox App" auf Tablets bzw. Smartphones Nachrichten mit anderen Spielern tauschen – und das unabhängig davon, ob der jeweilige Gamer auf Xbox One oder PC unterwegs ist. Noch interessanter könnte die Direkt-Verlinkung von Xbox-One- und PC-Spielen werden: Spencer und eine Kollegin von Lionhead zeigten zur Präsentation dieses Features eine aktuelle Version des Online-Rollenspiels "Fable Legends". Während Spencer per PC-Notebook durch Albion wuselte, stürzte sich seine Kollegin per Xbox One in das selbe "Fable"-Match wie ihr Chef. 

Natürlich wirft das an sich attraktive Feature Fragen auf: Bereits in der Vergangenheit haben sich Hersteller immer wieder an ähnlichen Kunststücken versucht – doch ein harmonisches Zusammenspiel von PC bzw. Konsole scheiterte stets daran, dass sich Tastatur/Maus-Spieler und Pad-Abenteurer im selben Spiel aufgrund der unterschiedlichen Reaktionszeiten und Input-Lags nur selten miteinander vertragen. Spätestens dann, wenn der PC den Konsolen technisch wieder davonläuft, könnte die Performance-Diskrepanz die Probleme weiter vergrößern – es sei denn, Microsoft schafft es, die Unterschiede Server-seitig entsprechend auszusteuern.

Wenn "Windows 10" Ende des Jahres erscheint, dann haben Nutzer von "Win 7" oder einer aktuelleren Version ein Jahr, um kostenlos auf das neue Betriebssystem umzusteigen – wer mehr Zeit verstreichen lässt, der wird für das Upgrade zur Kasse gebeten. 

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