Final Fantasy Type-0 HD

PS4, Xbox One

von Square Enix

für Fortgeschrittene und Profis


im Handel

ca. 50 bis 70 Euro

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Schlachten gegen gigantische Boss-Mechs wirken im PSP-Original imposant, doch auf dem großen Bildschirm offenbaren die ursprünglichen Handheld-Modelle ihre Detail-Armut. Auf der Vita wäre "Type-0" besser aufgehoben.



 

Gigantische, imposant inszenierte Beschwörungs-Kreaturen, krachendes Effektgewitter und 3D-Echtzeitgrafik, die aussieht wie in einem High-End-Animationsfilm aus der Computer-Retorte: So wollen Fans ihr erstes "Final Fantasy"-Erlebnis für die neue Konsolen-Generation – doch vorerst bekommen sie das nur in Form einer Beilage. Der erste Schwung "Final Fantasy Type-0 HD"-Versionen bringt als Gratis-Dreingabe nämlich eine spielbare Demo zu "Final Fantasy 15" mit. Und die macht mit viel opulentem Grafik-Geklotze definitiv Lust auf Mehr.

 

Doch bis dahin ist's noch eine ganze Weile: Vorerst müssen sich Fans von Square Enix' japanischer Vorzeige-Rollenspielreihe mit einem Serienableger zufrieden geben, der so ganz und gar nicht nach PS4 bzw. Xbox One aussieht. Mit "Final Fantasy Type-0 HD" liefert der Hersteller die Neuauflage eines bereits 2011 für die PSP veröffentlichten Action-Rollenspiels. Weil das jedoch nie den Weg in den Westen geschafft hat, ist die kosmetisch dezent aufpolierte Next-Gen-Version die erste Gelegenheit, den Titel auch auf Englisch bzw. mit deutschen Untertiteln zu genießen. Immerhin gehört die Geschichte des Abenteuers zu seinen Highlights: Die Serie, die sonst für ihre bunten und sterile Anime-Ästhetik bekannt ist, schlägt hier nämlich ungewohnt finstere Töne an. Der Krieg zwischen zwei verfeindeten Reichen der Fantasy-Welt 'Orience' verläuft blutig und grausam – gerade für jüngere Spieler eignen sich einige der grausameren Szenen nur bedingt. 

 


 

Einzigartig ist "Type-0" allerdings auch wegen des großen Charakteraufgebots: Mit insgesamt 14 spielbaren Figuren nimmt das Action-RPG in der Seriengeschichte eine Sonderstellung ein. Obwohl sich nur jweils drei Stück zu einer Gruppe zusammenfinden dürfen, sind Helden wie die kaltblütige Alice mit ihren messerscharfen Wurfkarten oder der weißhaarige Slice mit seiner ausklappbaren Sense echte Charakterköpfe mit individuellem Kampfstil.

 

Dass der Funke hier trotzdem nicht so recht überspringen will, ist nicht zuletzt der starken Instanzierung der Szenarien geschuldet: Ursprünglich hat man "Type-0" als Multiplayer-Titel ausgelegt und die Spielwelt deshalb in extrem überschaubare, Missions-artig strukturierte Areale unterteilt. Obwohl sich Orience nach den ersten Stunden merklich öffnet, bleibt die Bewegungsfreiheit selbst im Vergleich zu einem "Final Fantasy 13" stark eingeschränkt. Darum sind auch die an sich flott inszenierten Echtzeit-Gefechte weiterhin herzlich blass: Man hat einfach nicht genug Gelegenheit, mit den Möglichkeiten des Kampfsystems herumzuexperimentieren.

 


Gratis-Dreingabe: "Final Fantasy XV – Duscae"

Dreingabe, die für viele Fans der eigentliche Kaufgrund sein dürfte: Die spielbare "Final Fantasy XV"-Demo ("Duscae") zeigt genau die Sorte fulminant inszenierter Grafik, die man von einem Next-Gen-Rollenspiel erwartet. Das ungewohnt Action-betonte Echtzeit-Kampfsystem und die offene Spielwelt sind überdeutlich an westlichen Genre-Vertretern orientiert, die Helden dagegen sehen jetzt endgültig wie eine JPop/Emo-Boygroup aus, die sich eher zufällig mit Schwertern und Knarren bewaffnet und dann in die Wildnis verirrt hat.


Leider offenbart das erste echte PS4-"FF" bereits einige Schwächen – darunter vor allem ein extrem konfuse Gefechts-Kamera, die Ausweich- und Parade-Manöver bei großem Gegner-Getümmel zum Glücksspiel verkommen lassen. Auch viele Elemente der Umgebungsgrafik (vor allem Büsche und Bäume) hinken der westlichen Konkurrenz inszenatorisch noch immer ein paar Jahre hinterher. Hier wird bis zum fertigen Spiel hoffentlich noch gefeilt.



 

Auch visuell gibt sich die Neuauflage nicht gerade Mühe, Faszination zu wecken: Zwar sind die Texturen höher aufgelöst als beim PSP-Original und wurden zumindest die ehemals grobschlächtigen Charaktere gegen neue 3D-Figuren ausgetauscht – dennoch merkt man "Type-0" die Handheld-Herkunft überdeutlich an. Besonders die 3D-Architektur ist über weite Strecken so rudimentär, dass man schon beide Augen zudrücken muss, um sich durch die klobigen Kulissen nicht das Spielerlebnis vermiesen zu lassen. 

 

Für notorische "Final Fantasy"-Sammler fällt "Type-0" in die Kategorie "willkommener Fan-Service", doch als vollwertigen Serien-Teil kann man es schwerlich ernst nehmen. Auf der Vita wäre der Titel gerade visuell deutlich besser aufgehoben gewesen als auf dem HD-Fernseher.

 


6.5

befriedigend

Grafik: mangelhaft

Sound: befriedigend

Steuerung: befriedigend

Spielspaß: befriedigend



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