Affordable Space Adventures

WiiU

von 'Nifflas'

für ein bis drei Spieler (an einer Konsole)

für Profis


im Handel

ca. 20 Euro

Durch Benutzung der amazon-Kauflinks unterstützt Du unser Web- bzw. Magazin-Projekt und machst elektrospieler ein Stückchen unabhängiger. Danke.



OBEN: Die meisten Kavernen sind so finster, dass wir ohne Scheinwerfer kaum durchblicken.

LINKS: Wenn wir statt des Scheinwerfers den Scanner aktivieren, dann können wir damit den Aktionsradious der Alien-Dronen registrieren.



„Affordable Space Adventures“ („erschwingliche Weltraum-Abenteuer“) vom schwedischen Indie-Entwickler Nicklas Nygren alias „Nifflas“ heißt nicht etwa so, weil es als 19 Euro günstiger WiiU-Download kommt – tatsächlich ist hier der Titel Programm: Ein skrupelloser Reiseveranstalter wirbt mit ebenso ungefährlichen wie günstigen Pauschal-Abenteuerreisen auf einen kuscheligen Himmelskörper. Den darf der Weltraum-Touri dann an Bord seines eigenen kleinen Raumschiffs erkunden – und dabei sogar die Hinterlassenschaften einer geheimnisvollen Alien-Kultur erforschen. Und das alles ist natürlich völlig ungefährlich! 


Denkste: Nach einer unsanften Ankunft auf dem Zielplaneten wird dem Urlaubs-Helden schnell klar, warum die Reise so günstig war. Das Mutterschiff mitsamt den Transport-Containern liegt in Trümmern, die Mini-Schiffe der anderen Urlauber liegen bunt über die finstere, sturmgepeitsche Planetenoberfläche verstreut… und die meisten Insassen wurden vermutlich von den übers Firmanment zuckenden Blitzen gegrillt. Nicht gerade vorbildlich, dieser Service – das gibt eine ganz schlechte Bewertung!


Aber erstmal überleben: Am besten, man bringt das eigene Vehikel schnell unter Kontrolle!




Aber das ist alles andere als einfach: Nicklas Nygren macht aus seinem horizontal scrollen Urlaubsparadies einen wundervoll illustrierten Horror-Trip, bei dem sich alles um die ungewöhnliche Navigation des zickigen Kleinst-Vehikels dreht. Diesel-Motor, Elektro-Motor, Stabilisatoren, Schub-Aggregatoren, Anti-Gravitations-Einheit, Entschleuniger, Massengenerator, Scanner: Abgesehen von der eigentlichen Steuerung (linker Analog-Stick) und Scanner bzw. Leuchtraketen-Beschuss (rechter Stick) finden sich sämtliche Kontrollen des putzigen Mini-Raumers auf dem „Touchscreen-Amaturenbrett“. Aber der Entwickler stiftet noch mehr Verwirrung: Jedes System ist mit mindestens einer von drei Anzeigen gekoppelt – Lärm, Wärme oder Elektrizität. Stets ein Auge auf diese Zeigern zu haben, das ist für den „Affordable Space Adventures“-Touristen lebenswichtig. Denn: Die Killerdronen, Fallen und Warnsysteme der versunkenen Alien-Kultur reagieren extrem sensibel auf übermäßigen Output in einer oder mehreren von den angezeigten Kategorien: Kriegt der Pilot den entsprechenden Zeiger dann nicht rechtzeitig unter die kritische Schwelle, wird er im Nu verschmurgelt, kaputt-gelasert, weggebombt oder zermanscht. Das Tückische dabei: Meistens muss er dafür ausgerechnet diejenigen Systeme runterregeln oder gleich ganz ausschalten, dieer  gerade am dringendsten braucht. Also muss er experimentieren, um die Ecke denken und sein bockiges Vehikel mit schweißnassen Fingern aus der Gefahrenzone bringen. Schon mal ein zitterndes, vibrierendes und gegen jeden Steuerungs-Input aufbegehrendes Beinahe-Wrack ohne Stabilisatoren durch einen Laser-Strahl-Dschungel manövriert, damit die Wächter-Dronen nicht das Feuer eröffnen? Viel Spaß! 




Wo die meisten Entwickler auf handliche Reduktion setzen, da macht Nygren aus chronischer Kontroll-Überfachtung ein Stilmittel – und das mit großem Geschick: Jedes neue Steuerungs-Element wird behutsam eingeführt und ist perfekt auf die restlichen Input-Optionen abgestimmt. Die handliche Touchscreen-Anordnung der Elemente tut ihr Übrigens, um aus „Affordable Space Adventures“ den bisherigen Gamepad-König zu machen – vorausgesetzt, man hat Nerven aus Stahl: So sinnvoll, intelligent und aber auch teuflisch hat das bisher nicht mal ein Nintendo-eigenes Spiel das Touchscreen-Pad eingesetzt. Sogar das Multiplayer-Feature ist vorbildlich: Per Classic-Controller bzw. Wii-Fernbedienung dürfen sich zwei Co-Piloten an der Steuerung des Raumschiffs beteiligen. Chaos-Laune pur!



9.0

sehr gut

Grafik: sehr gut

Sound: sehr gut

Steuerung: sehr gut

Spielspaß: sehr gut



Kommentar schreiben

Kommentare: 0