Assassin's Creed Chronicles: China

PS4, Xbox One, PC

von Ubisoft

für einen Spieler

für Fortgeschrittene und Profis


im Handel

ca. zehn Euro

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OBEN: Das Wechselspiel aus Blockern, Kontern und Angreifen ist in "Chronicles" deutlich komplizierter als in der Hauptserie:

LINKS: Um den schwierigen Kämpfen zu entgehen behält man die Blickfeld-Marker der Gegner im Blick und umgeht sie so gut wie möglich.



Eigentlich haben die Chinesen keine Assassinen nötig – Kampfkunst mit und ohne Schwert können die Kollegen aus Asien selber ganz gut. Ubisoft war da allerdings anderer Meinung: Die schicken in der löcherigen Hintergrundgeschichte von "AC Chronicles: China" deshalb kurzerhand ihren greisen Assassinen-Meister Ezio Auditore aus "Assassin's Creed 2", "AC Brotherhood" und "AC Revelations" nach Fernost, wo er einen neuen Orden aufbaut.


Fast unnötig zu erwähnen, dass auch die Templer den Sprung nach China gewagt haben – und das mit großem Erfolg: Die Bruderschaft der 'Tiger' reibt die Assassinen ordentlich auf, die einzige Überlebende scheint die einem Käfig gefangenen Shao Jun zu sein. Doch weil Templer offenbar schon per Naturgesetz ausgesprochen dämlich sind, lassen sie die kleine Ausbruchskünstlerin kurzerhand unbeaufsichtigt. Kein Wunder, dass die in Rekordzeit wieder auf der Matte steht, ihre gestohlene Ausrüstung zusammenrauft und sich auf die Leisetreter macht, um die Templer-Grotten zu verlassen. Und sich für die Auslöschung ihres Ordens zu rächen. Also so richtig FIES zu rächen: Mit viel grausigem Geschnetzel und so. Vorzugsweise hinterrücks. Wie es sich eben für ein gedungenes Meuchel-Mädel gehört.




Tatsächlich unterscheidet sich der erste Teil von Ubisofts "Assassin's Creed Chronicles"-Serie an dieser Stelle maßgeblich von der Hauptreihe: Dort sind die Assassinen wütende Kampfmaschinen, die mit Leichtigkeit dutzende Gegner niedermähen – in "China" dagegen sind Kämpfe immer nur die letzte Option. Gegen einen Widersacher hat Heldin Shao noch gute Karten, indem sie geschmeidig abwehrt oder Schüssen ausweicht – doch bereits im Angesicht von nur zwei Feinden sinken die Siegeschancen drastisch. Denn die Designer wollen den Spieler dazu zwingen, das Manöver-Repertoire des Titels clever auszureizen: Immerhin sind die "Chronicles" keine Open-World-Spiele mehr, bei denen man nach eigenem Gusto über die Dächer einer Metropole turnt und frei herumforschen darf – stattdessen wurde die Action in eine Jump'n'Run-typische Horizontale verlegt. Mit anderen Worten: Es geht nur noch vorwärts bzw. rückwärts. Dann und wann darf Shao über einen schmalen Steg oder mit Hilfe eines Schwung-Seils in den Bild-Hintergrund bzw. -Vordergrund – doch abgesehen davon ist die Bewegungsfreiheit vergleichsweise eingeschränkt.



Entsprechend wurde das Augenmerk von viel Bewegung auf wenige, aber dafür umso wichtigere Manöver gesteuert. Denn von denen muss jedes sitzen. Laufen, Schleichen, Klettern, Springen, Verstecke ausnutzen, aus dem Schatten heraus meucheln und reichlich Gebrauch von Wurfdolchen oder Ablenkungs-Gimmicks machen – diese altbekannten Zutaten der Serie wurden ebenso in das seitwärts scrollenden Assassinen-Universum übernommen wie die der berüchtigte, von einem Adlerschrei begleitete Todessprung in den Heuballen. Dass sich all diese handverlesenen und fein aufeinander abgestimmten Versatzstücke trotzdem nicht übermäßig spaßig anfühlen – das ist jammerschade, denn Potential birgt der Horizontal-Gang der Serie allemal. Doch weder kann das erste "Chronicles" durch eine besonders kunstvolle Aufbereitung noch mit der nötigen Dynamik punkten: Der Ausflug ins meuchlerische China spult die Trademarks seiner großen Brüder ebenso uninspiriert wie emotionslos herunter, ohne ihnen eine eigene Note zu verpassen oder nennenswerten Charme zu versprühen. Schade um die vergeudete Chance.



6.5

befriedigend

Grafik: befriedigend

Sound: befriedigend

Steuerung: gut

Spielspaß: befriedigend



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