Splatoon

Farbe bekennen: In Nintendos WiiU-exklusivem "Splatoon" bekriegen sich zwei Teams aus possierlichen Kopffüßer-Männlein, indem sie sich Farbpatronen um die Tentakel ballern. Spieler mit Multiplayer-Passion freuen sich über ebenso bunte wie spritzfidele Online-Schlachten mit Kult-Potential, doch Singleplayer bekommen nicht viel geboten.


WiiU

von NIntendo

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Der Singleplayer-Modus ist zwar reichlich kurz geraten, führt aber auf elegante Weise alle Spiel-Elemente ein: Hier bekriegen wir zwei der heimtückischen Oktarianer, während sie sich hinter ihren Farbschilden verbergen.



In Inkopolis steppt der Seebär: Die Bewohner der Tokyo-ähnlichen Hightech-Metropole sind zwar größtenteils Humanoide, stammen aber anders als wir nicht vom Affen, sondern von Meeres-Getier ab. Fische, Seesterne, Shrimps und Tintenfische haben die puztigen Kerlchen trotz ihres menschenartigen Erscheinungsbildes in den Genen – meistens verrät ein genauer Blick auf die Haarpracht des Bewohners, ob Uroma und Uropa mit Flossen oder Tentakeln durch den Ozean gedümpelt sind. Weil die Einwohner der nautischen Megacity außerdem die Fähigkeit besitzen, sich in ihre Urform zu verwandeln, sind sie perfekte Arena-Kämpfer: Vier gegen vier Meeres-Männiken geben sich dann in ebenso weitläufigen wie verwinkelten Terrains Saures, bis ein Team den Kaviar-Löffel abgibt. Allerdings wird dabei nicht wirklich scharf geschossen: Statt tödlichen Projektilgeschossen wird wie im Paintball mit Farbhülsen geballert, die beim Aufprall zerplatzen. Anders als echte Paintball-Patronen verspritzt die "Splatoon"-Munition allerdings so viel Farbe, dass mehrere Schüsse das Terrain in einen regelrechten Farbsee verwandeln.




Weil jedes Team mit einer anderen Farbe draufhält, wird die Arena allmählich zu einem wirren Muster aus z.B. blauen und orange-farbenen Klecksen. Taktischer Vorteil der Umgestaltung: Berührt ein Team-Mitglied die gegnerische Farbe, dann verliert es ähnlich rasant Lebensenergie wie durch direkten Beschuss. Außerdem dürfen die Splatoon-Krieger rasant beschleunigen, indem sie sich auf Button-Druck in ihre Oktopus-artige Urform verwandeln und dann in Flächen mit ihrer eigenen Farbe abtauchen. Dann wird die eigentlich nur oberflächliche Einfärbung des Terrains auf einmal zu einer Art Farb-See – ganz so, als würden die Tentakel-Tierchen durch die blubbernde, Blasen-schlagende Oberfläche in eine Parallelwelt verschwinden, um dann an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Nur so können die Kerlchen ihrer sonst eher behäbigen Art der Fortbewegung entkommen, ordentlich Dampf machen und der Schwerkraft trotzen – und steile Abhänge oder im 90-Grad-Winkel ansteigende Wände hinaufglitschen.

 

Während der Mehrspieler-Modus durch ein ausgeklügeltes Erfahrungs- und -Fertigkeitensystem immer mehr an Reiz gewinnt, konzentrieren sich Singleplayer-Freunde auf die optionale Kampagne. Die ist mit nur rund sechs Stunden Spielzeit zwar vergleichsweise kurz, führt aber clever in alle Spiele-Elemente ein: Der Held soll einem kauzigen Kapitän dabei helfen, die fiesen Octarianer zu bekämpfen, die im Untergrund eine Invasion der Stadt vorbereiten. Die gemeinen Kopffüßer und ihre tückischen Gerätschaften zu überwinden, ist gerade anfangs eine ziemliche Geduldsprobe, weil Nintendo das Farbelement ebenso clever wie teuflisch einsetzt. Klarer Fall: Hiervor hätten die Entwickler wesentlich mehr ins Spiel packen müssen – denn wirklich vorwerfen kann man dem launigen "Splatoon"-Paket eigentlich nur, dass es von allem ein bisschen zu wenig auffährt. Zu wenige Spielmodi, zu wenige Helden, zu wenige Waffen und zu wenig Story. Sollte der Hersteller dieses Manko allerdings nach dem Release mit entsprechenden Updates und Download-Paketen kompensieren, dann steht einem ausgesprochenen Spielspaß-Dauerbrenner nichts im Wege. Wer sich für Mehrspieler-Gaudi erwärmen und den grellen, etwas eigenwilligen "Tokyo-Pop"-Grafikstil verknuspern kann, der lädt die Farb-Wumme durch!


8.0

gut

Grafik: gut

Sound: gut

Steuerung: gut

Spielspaß: gut



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