Was ist eigentlich… aus Kinect geworden?

Gute Nachricht für Xbox-Besitzer mit defektem Netzteil: Microsoft bietet den Saft-Lieferanten jetzt endlich separat an. Rund 35 US-Dollar kostet das Netzgerät beim Kundenservice des Herstellers. Damit ist das Xbox-One-Kraftwerk neben dem Joypad das dritte Zubehör des Geräts, das jetzt ohne Konsolen-Kauf erhältlich ist. Dasselbe gilt für die glücklose Motion-Control-Cam "Kinect" – deren Entkoppelung vom Basis-Paket war allerdings eher Not- und Panik-Lösung als Service am Kunden. Ursprünglich sollte sie der entscheidende Unterschied sein, der die Xbox von den Mitbwerbern absetzt. Die Mutation der einstigen Spiele-Konsole zur eierlegenden, Massenmarkt-tauglichen Set-Top-Box würde durch ihre Markteinführung endgültig abgeschlossen werden. Allerdings hat das Glotzauge bis heute keine ausgesprochene Erfolgsgeschichte vorzuweisen: 23 Mio. Kinect für Xbox 360 bzw. fünf Mio. für Xbox One – das ist ein Ergebnis, das zunächst mal nicht schlecht klingt. Doch die wenigsten verkauften Exemplare wurden jemals sonderlich engagiert benutzt. Auch Microsofts Plan, der Kamera durch eine Existenz als Xbox-One-Zwangsbeilage zu einer stärkeren Präsenz zu verhelfen, ist gescheitert. Durch die spürbar besseren Verkäufe von Sonys Konkurrenz-Produkt PS4 sah man sich bereits früh dazu gezwungen, Kinect und Konsole voneinander zu entkoppeln, um die Hardware günstiger anbieten zu können.
Rund fünf Jahre nach Markteinführung der ersten, Xbox-360-verwandten Kinect-Cam blicken Besitzer des Zubehörs auf einen kläglichen Haufen meist mäßiger Hampel-Anwendungen zurück, bei nennenswerten und vor allem "echten" Spielen wie "Mass Effect 3" hat es Kinect lediglich in den Rang eines optionalen (und nicht selten vermurksten) Features geschafft. Für die Xbox One sind bis heute gerade mal sieben Spiele für den Bewegungs-Controller entstanden – eine traurige Bilanz. Auf dem PC ist das Tool zu einem beliebten Spielzeug für Bastler, IT-Profis und Ingenieure avanciert, doch in den Rang eines Must-Haves wird es Kinect auch hier nie schaffen. Und mal ehrlich: Vermissen werden wir sie nicht.




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